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Tesla: Autopilot-Unfälle sind selten – werden aber häufiger

Autor: Christoph Seyerlein

Zum dritten Mal hat Tesla einen Sicherheitsreport zu seinem Autopilot-System vorgelegt. Daraus geht hervor: Die Häufigkeit der Unfälle bei eingeschaltetem System nimmt zu. Autos ohne aktive Assistenzsysteme verunfallen allerdings deutlich öfter.

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Tesla will beim autonomen Fahren eine Führungsrolle einnehmen.
Tesla will beim autonomen Fahren eine Führungsrolle einnehmen.
(Bild: Tesla)

Alle 2,87 Millionen gefahrenen Meilen kommt es zu einem Unfall mit einem Tesla-Fahrzeug, bei dem das Autopilot-System aktiviert ist. Das geht aus dem dritten Sicherheitsreport hervor, den der Hersteller zu seiner Technologie vorgelegt hat. Das bedeutet auch: Die Häufigkeit jener Vorfälle ist zuletzt gestiegen. Im dritten Quartal 2018 passierte nur alle 3,34 Millionen gefahrenen Meilen ein solcher Crash, im vierten Quartal 2018 lag jener Wert bei 2,91 Millionen Meilen.

Tesla weist allerdings auch drauf hin, dass Autopilot-Unfälle damit weiterhin deutlich seltener sind als solche, bei denen das System deaktiviert ist. Zu Unfällen mit Tesla-Fahrzeugen ohne Autopilot kam es im ersten Quartal 2019 demnach alle 1,76 Millionen gefahrenen Meilen. Durchschnittlich passierte in den USA zuletzt laut der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA übrigens alle 436.000 Meilen ein Crash.

Die Kalifornier haben nach eigenen Angaben mehr Daten zu mehr als zehn Milliarden gefahrenen Meilen aus der Tesla-Flotte gesammelt und ausgewertet. Das ist möglich, da jeder Tesla vernetzt ist. Mehr als eine Milliarde jener Meilen sei mit eingeschaltetem Autopilot zurückgelegt worden, teilte Tesla mit. Man sei überzeugt davon, mithilfe der Werte belegen zu können, dass Assistenzsysteme Autos sicherer machen. Generell sei es der eigene Anspruch, dass Tesla-Modelle die „sichersten Autos der Welt“ sein sollen.

Autopilot regelmäßig in der Kritik

Dennoch stand Teslas Autopilot in der Vergangenheit nach mehreren tödlichen Unfällen in der Kritik. Dem Hersteller wurde dabei vor allem regelmäßig vorgeworfen, nicht ausreichend darauf hinzuweisen, dass der Autopilot kein vollautonomes Fahren leisten kann.

Auch aktuell sorgt Tesla in jenem Zusammenhang wieder für Aufsehen: Auf seiner Website spricht spricht der Hersteller davon, dass Modelle mit dem Komplett-Autopilot-Paket bis Ende des Jahres innerorts „automatisch fahren“ können. Das erscheint allerdings unwahrscheinlich, da dies beispielsweise in Deutschland rechtlich aktuell nicht erlaubt ist. Auch Tesla selbst muss im Kleingedruckten einschränken, dass „für den autonomen Betrieb“ gesetzliche Genehmigungen erforderlich sind, „die je nach Rechtsprechung noch länger dauern dürften“.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«