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Tesla fährt wieder hoch: Musk nimmt mögliche Festnahme in Kauf

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Trotz der Anordnung, das Werk vorerst geschlossen zu lassen, fährt Tesla die Produktion in Fremont wieder hoch. Mit am Band: Chef Elon Musk persönlich. Er erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Zuspruch erhält Musk von US-Präsident Trump.

Elon Musk widersetzt sich erneut den Behörden.
Elon Musk widersetzt sich erneut den Behörden.
(Bild: Tesla)

Tesla-Chef Elon Musk lässt die Produktion im Hauptwerk in Kalifornien wieder hochfahren und setzt sich damit über die lokalen Corona-Einschränkungen hinweg. Er werde selbst an der Produktionslinie sein, schrieb Musk am Montag bei Twitter. „Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass es nur ich bin.“

Rückendeckung bekam Musk am Dienstag von US-Präsident Donald Trump. Kalifornien sollte Tesla und Musk erlauben, die Fabrik zu öffnen, „JETZT“, schrieb Trump in seiner üblichen Manier bei Twitter. „Es kann schnell und sicher erledigt werden.“ Musk beantwortete bei Twitter die Frage eines Nutzers, wie der Tag in dem Werk gelaufen sei, einsilbig: „Großartig.“

Im Alameda County, in dem sich das Tesla-Werk in Fremont befindet, gelten weiterhin Ausgehbeschränkungen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen. Tesla hatte am Wochenende eine Klage dagegen eingereicht – und Musk hatte gedroht, den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers von Kalifornien zum Beispiel nach Texas oder Nevada zu verlegen.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte kurz vor Musks Tweet eine Wiederaufnahme der Produktion möglicherweise in der kommenden Woche in Aussicht gestellt. Das Gesundheitsamt in dem County versuchte, die Wogen zu glätten. Man gehe davon aus, dass Tesla im Laufe des Tages – wie rechtlich gefordert – einen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Produktion vorlegen werde und man sich über Ablauf und Zeitplan einigen könne. Regionalen Medien zufolge war bereits vor der Ankündigung der volle Parkplatz vor dem Tesla-Werk aufgefallen.

Musk hatte die Coronavirus-Gefahr von Anfang an heruntergespielt und vergangene Woche die Ausgehbeschränkungen im Alameda County als „faschistisch“ beschimpft. Er hatte auch versucht, das Werk als besonders unentbehrlich auch in der Pandemie offenzulassen, kam damit aber nicht durch.

Musk mit neuen Vorwürfen gegen Behörden

In Fremont werden die mit Abstand meisten Fahrzeuge von Tesla gebaut, während die Produktion in dem neuen zweiten Werk in China erst am Anfang steht. Der Hersteller schaffte es erst vor kurzem, nach einer langen Serie hoher Verluste stabil in die schwarzen Zahlen zu kommen und wollte in diesem Jahr die Marke von 500.000 Auslieferungen knacken.

Musk behauptet jetzt auch, dass die örtlichen Behörden die Wiedereröffnungspläne des Bundesstaates widerrechtlich blockiert hätten. Sauer stößt ihm auch auf, dass beispielsweise General Motors und Ford bei Detroit ihre Produktion wieder hochfahren dürfen. Der zuständige Beamte im Alameda County, Scott Haggerty, sagte der „New York Times“, dass man in Gesprächen mit Tesla über die nötigen Sicherheitsmaßnahmen in dem Werk bereits auf Kurs für eine Wiederaufnahme der Produktion am 18. Mai gewesen sei. „Ich weiß, das Elon das wusste. Aber er wollte es schon diese Woche.“

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