Fahrzeugdaten Tesla gewährt freien Kfz-Betrieben jetzt Zugang, verlangt aber hohe Gebühren

Autor: Doris Pfaff

Der Druck der EU-Kommission auf Tesla zeigt Wirkung. Seit Jahresanfang erhalten nun markenunabhängige Kfz-Betriebe Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für Fahrzeuge des amerikanischen Herstellers. Aber sie müssen dafür viel zahlen. Mit der Höhe der Gebühr ist der ZDK nicht einverstanden.

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Tesla gewährt mittlerweile auch markenungebundenen Kfz-Betrieben Zugang zu den Daten seiner Fahrzeuge. Doch der amerikanische Autobauer verlangt für entsprechende Abrufe Gebühren.
Tesla gewährt mittlerweile auch markenungebundenen Kfz-Betrieben Zugang zu den Daten seiner Fahrzeuge. Doch der amerikanische Autobauer verlangt für entsprechende Abrufe Gebühren.
(Bild: Tesla)

Wie im Sommer 2020 von »kfz-betrieb« berichtet, hat sich Tesla in Deutschland bislang geweigert, markenunabhängigen Kfz-Betrieben einen einfachen und diskriminierungsfreien Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen sowie zur Diagnose- und Programmierungssoftware seiner Fahrzeuge zu gewähren. Deshalb hatte sich der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), neben anderen Beschwerdeführer, an die Europäische Kommission gewandt: Tesla verstoße damit gegen geltendes EU-Recht.

Tesla hat inzwischen reagiert und seine Plattform für Reparatur- und Wartungsinformationen so angepasst, dass nun auch für markenunabhängige Kfz-Betriebe der uneingeschränkte Zugang möglich ist. „Dieser Erfolg zeigt, wie wichtig die intensive Verbandsarbeit gerade auch auf europäischer Ebene ist“, betont ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk.

Seit Januar können Betriebe auch die Herstellerdiagnosesoftware (Tesla-Toolbox) und den spezifischen Diagnoseadapter (VCI) erhalten. Die Registrierung für das technische Portal sowie der Kauf der Diagnose- und Programmierungssoftware ist hier möglich.

ZDK: Problem noch nicht endgültig behoben

Damit ist aus Sicht des ZDK das Problem jedoch noch nicht behoben. Denn laut geltendem EU-Recht muss allen Kfz-Betrieben ein diskriminierungsfreier Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen sowie zur Diagnose- und Programmierungssoftware gewährt werden. Das ist jedoch nicht gegeben, da Tesla derzeit für die Nutzung der Diagnose- und Programmierungssoftware pro Stunde 125 Euro (inklusive Umsatzsteuer) und für Reparatur- und Wartungsinformationen über das technische Portal eine Gebühr von rund 30 Euro pro Stunde (inklusive Umsatzsteuer) verlangt.

Die Gebühr verstößt laut ZDK gegen die in der Typgenehmigungsverordnung (EU) verankerte Diskriminierungsklausel, da es unabhängigen Kfz-Betrieben nicht möglich ist, Kunden ein vergleichbares Serviceangebot gegenüber den autorisierten Tesla-Betrieben zu machen. „Wir werden daher auch dieses Problem an die zuständigen Stellen bei der Europäischen Kommission kommunizieren, um eine Verbesserung zu erwirken“, kündigte Hülsdonk an.

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Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik