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Tesla: Model 3 kommt frühestens im zweiten Halbjahr 2018 nach Europa

Autor: Christoph Seyerlein

Tesla hat auf seiner Website vage neue Informationen dazu gegeben, wie lange Kunden noch auf ihr reserviertes Model 3 warten müssen. Die Produktion bereitet weiter Probleme. Aber auch andere Hersteller haben mit der Nachfrage nach E-Autos zu kämpfen.

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Die Produktion des Tesla Model 3 verläuft holprig.
Die Produktion des Tesla Model 3 verläuft holprig.
(Bild: Tesla)

Seit April 2016 nimmt Tesla für das Model 3 Reservierungen an. Kunden der ersten Stunde, die außerhalb der USA leben, werden aber auch zwei Jahre später noch weiterhin auf ihr Auto warten müssen. Wie der Hersteller nun auf seiner Website bekannt gab, erfolgt die Auslieferung der Fahrzeuge „mit Linkslenkung für das Ausland“ ab der zweiten Jahreshälfte. Wer die Pünktlichkeit von Tesla kennt, kann sich in diesen Satz problemlos noch ein „frühestens“ hineindenken.

Weiter heißt es von Seiten Teslas: „Die Auslieferungen des Model 3 beginnen in den USA und richten sich danach, ob Sie ein Tesla-Mitarbeiter sind, einen Tesla besitzen und wann Sie reserviert haben. Reservierungsinhaber erhalten eine E-Mail, sobald es an der Zeit ist, ihren endgültigen Auftrag zu platzieren.“ Wer jetzt reserviert, dem stellt Tesla in Aussicht, sein Auto „in 12 bis 18 Monaten“ in Empfang nehmen zu können.

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Grund für den schleppenden Model-3-Anlauf sind Produktionsprobleme. In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Verzögerungen kommen, Tesla-Chef Elon Musk selbst hatte zeitweise davon gesprochen, dass sich der Hersteller „in der Produktionshölle“ befinde. Zuletzt waren darüber hinaus Berichte aufgekommen, dass der Hersteller bei der Qualitätssicherung schludere.

Die Qualität des Autos bemängelt auch Sandy Munro, der in den USA mit seiner eigenen Firma regelmäßig Benchmarkstudien zur Automobilindustrie aufstellt. In einem Video, das bei Youtube bereits knapp 350.000 User angesehen haben, lässt Munro kein gutes Haar am Model 3. Beispielsweise sei es gefährlich, dass die Notöffnung der vorderen Haube hinter einer Klappe im vorderen Stoßfänger versteckt ist. Bei Unfällen müssen Rettungskräfte die Haube öffnen, um dort die unter einer Abdeckung gelagerte Stromversorgung zu kappen.

„Fehler wie bei Kia in den 90ern“

Aus Munros Sicht ebenfalls riskant: Da das Auto keine mechanischen Türöffner hat, können Fondpassagiere das Fahrzeug bei unterbrochener Stromversorgung nur durch die Vordertüren oder die Heckklappe verlassen.

Die Gummidichtung am Fenster der Fahrertür sieht Munro zufolge aus, als sei sie nachträglich angeklebt worden. Generell nehme es Tesla mit den Spaltmaßen offenbar nicht allzu genau. Sein Gesamtfazit zum Model 3 fällt deshalb vernichtend aus: „Das sind Fehler, die wir in den 90er-Jahren an Kia-Modellen gesehen haben.“

Zu Teslas Ehrenrettung sei gesagt, dass sich auch andere Hersteller aktuell schwer tun, die zunehmende Nachfrage nach Elektroautos schnell zu bedienen. Beispielsweise müssen Kunden, die jetzt einen VW E-Golf bestellen, einem Bericht des Magazins „Edison“ zufolge bis nächstes Jahr auf ihr Auto warten. Und das, obwohl VW erst kürzlich das tägliche Produktionsvolumen in der gläsernen Manufaktur in Dresden verdoppelt hat. Auch beim Hyundai Ioniq und den Elektro-Modellen von Smart liegen die Lieferzeiten aktuell bei rund einem Jahr.

Besser sieht es dem Bericht zufolge dagegen bei BMW aus: Die Münchner geben für den i3 eine Lieferzeit von drei bis vier Monaten an. Ähnlich flott haben übrigens auch Tesla-Kunden ihr Auto, wenn sie statt des Model 3 ein Model S oder ein Model X bestellen. Sieben bis acht Monate Wartezeit müssen „Edison“ zufolge Käufer eines Renault Zoe, eines neuen Nissan Leaf, eines Citroën C-Zero und eines Peugeot Ion einplanen.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«