Tesla stoppt seine Produktion für sechs Tage

Autor: Christoph Seyerlein

Teslas Produktion ist offenbar immer noch weit davon entfernt, reibungslos zu laufen. Ende Mai werden in Kalifornien die Bänder sogar komplett stillstehen, im Anschluss will der Hersteller wieder einmal die Kapazitäten beim Model 3 erhöhen. Wann das Auto nach Deutschland kommt, steht weiter in den Sternen.

Tesla hat in seiner Fabrik in Fremont immer wieder mit Produktionsproblemen zu kämpfen.
Tesla hat in seiner Fabrik in Fremont immer wieder mit Produktionsproblemen zu kämpfen.
(Bild: Tesla)

In Teslas Produktion besteht weiter Optimierungsbedarf. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ unter Berufung auf Insider berichtet, will der Hersteller die Bänder in seiner Fabrik in Fremont vom 25. bis 31. Mai für sechs Tage stilllegen, um Anpassungen an der Produktionslinie für das Model 3 vorzunehmen.

Das soll dabei helfen, dass Tesla in der Folge seinen eigentlichen Produktionszielen für sein erstes Mittelklassemodell näher kommt. Firmenchef Elon Musk hält weiter daran fest, 5.000 bis 6.000 Einheiten pro Woche bauen zu wollen. Eigentlich sollte diese Marke schon längst gefallen sein, nun will Musk sie „bis Jahresmitte“ erreichen. Aktuell schafft der Hersteller dem Portal „Electrek“ zufolge nur rund 3.500 Autos pro Woche.

Tesla Model 3: Der Stromer für die Massen?
Bildergalerie mit 16 Bildern

Der kommende Produktionsstopp ist nicht der erste bei Tesla. Bereits im Februar und April hatten die Kalifornier einige Tage mit dem Autobau pausiert. Immer wieder wurde über Probleme in der Fabrik in Fremont und auch in der Batteriefabrik in Nevada berichtet. Musk hatte einst zugegeben, dass sich der Hersteller „in der Produktionshölle“ befinde.

Viele Experten sehen das Model 3 als „Schicksalsauto“ für Tesla an. Dem Hersteller sollen knapp eine halbe Million Vorbestellungen vorliegen. Zuletzt mehrten sich allerdings die Unmutsäußerungen aufgrund der unklaren Lieferzeiten. Musk reagierte auf Kritik dazu zuletzt dünnhäutiger als gewohnt, beispielsweise bezeichnete er entsprechende Fragen eines Analysten als „langweilig und uncool“. Die Quittung bekam er umgehend von der Börse, dort verlor die Tesla-Aktie in der Folge spürbar an Wert.

Auch in Deutschland warten zahlreiche Vorbesteller auf ihr Model 3, bislang ist noch kein Auto hier angekommen. Wann es soweit ist, steht in den Sternen, den Auslieferungsbeginn hat Tesla zuletzt immer weiter nach hinten verschoben. Stand jetzt ist in diesem Jahr auf keinen Fall mit einem Marktstart hierzulande zu rechnen. Auf seiner deutschen Website schreibt der Hersteller: „Die Auslieferung von Fahrzeugen mit Linkslenkung für den internationalen Markt beginnt in der ersten Hälfte des Jahres 2019.“ Wer heute ein Model 3 reserviere, könne damit rechnen, es in „12 bis 18 Monaten in Empfang nehmen“ zu können.

(ID:45304923)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«