Porsche Test in Deutschland bestanden – jetzt folgt weitere Online-Vertriebsoffensive

Autor Christoph Seyerlein

In Deutschland war Porsches digitaler Vertriebskanal im laufenden Jahr für rund 1.400 verkaufte Fahrzeuge gut. Das hat den Hersteller so überzeugt, dass er das Angebot nun weiter ausrollt.

Firmen zum Thema

Porsche bringt den Online-Vertrieb nun auch nach Spanien, Portugal, Italien, Frankreich Polen, Slowenien, Estland und in die Schweiz. Großbritannien soll zeitnah folgen.
Porsche bringt den Online-Vertrieb nun auch nach Spanien, Portugal, Italien, Frankreich Polen, Slowenien, Estland und in die Schweiz. Großbritannien soll zeitnah folgen.
(Bild: Porsche)

Porsche setzt in Zukunft stärker auf den Online-Vertrieb von Fahrzeugen. Nachdem der Hersteller sein Pilotprojekt dafür in Deutschland im Oktober 2019 gestartet hat, kamen zuletzt acht weitere europäische Länder hinzu. Mittlerweile können auch Kunden in Spanien, Portugal, der Schweiz, Italien, Frankreich, Polen, Slowenien und Estland ihr Modell online ordern. Großbritannien soll in Kürze folgen.

Barbara Frenkel, Leiterin der Vertriebsregion Europa, erklärte dazu: „Die Zahlen sowie positive Rückmeldungen von Kunden und Händlern belegen, dass wir mit unserem Online-Sales-Ansatz die richtigen Weichen für den digitalen Fahrzeugvertrieb der Zukunft gestellt haben.“

Zuletzt hatte Porsche-Deutschlandchef Alexander Pollich gegenüber der „Automobilwoche“ berichtet, hierzulande hätten im laufenden Jahr mehr als 560 Käufer ihr Auto direkt online bestellt. Hinzu kämen zahlreiche im Netz angebahnte Verkäufe. Insgesamt sei der Digital-Vertrieb damit bislang für rund 1.400 Einheiten 2020 gut gewesen. Das entspreche rund sechs Prozent vom Gesamtabsatz. Als Zielmarke für das Jahr 2025 hat Porsche Deutschland einen Online-Anteil von zehn Prozent ausgegeben.

Die entsprechende Plattform dahinter will die Marke sukzessive ausbauen. „Das Ziel ist ein Marktplatz, auf dem alle Porsche-Produkte und -Services angeboten werden“, heißt es vom Hersteller.

Hoher Neukundenanteil in Italien

Gut angenommen wird das Angebot offenbar bereits in Italien. Besonders Gebrauchtwagen sind dort gefragt – neun von zehn online verkauften Autos in Italien waren bislang Gebrauchte. Erfreulich für Porsche: 40 Prozent der italienischen Online-Shopper sind Neukunden. Das gefragteste Modell ist dabei der 911.

Auch außerhalb Europas ist Porsche bereits mit Online-Vertriebsaktivitäten aktiv. Möglich ist der Kauf im Internet auch in den USA und seit Kurzem auch in China. Im Reich der Mitte verkauft die Marke Gebrauchtwagen über We-Chat, die am häufigsten heruntergeladene Smartphone-App des Landes. Auf Chinas größtem B2C-Online-Marktplatz Tmall bietet das Fabrikat zudem Lifestyle-Produkte und Fahrerlebnisse an.

Martin Urschel, Leiter Smart Mobility und Digital Sales bei Porsche, sagt dazu: „Wir verfolgen eine klare Omnichannel-Strategie – unsere Kunden sollen sich nahtlos zwischen digitalem Marktplatz und stationärem Handel bewegen können.“ Die VW-Tochter sehe weiterhin enormes Potenzial im E-Commerce und werde die weltweite Präsenz im digitalen Handel stärken und ausbauen, so Urschel weiter. Geschehen solle das immer gemeinsam mit der Porsche-Handelsorganisation. Direkt-Verkäufen ohne Beteiligung des Handels hatte auch Alexander Pollich zuletzt erneut eine Absage erteilt.

(ID:47042983)