Micare PS Tipps gegen die Tricks der Oldtimerdiebe

Autor: Steffen Dominsky

Autodiebe werden im Oldtimersektor immer einfallsreicher, um an die automobilen Schätze zu gelangen. Einige einfache Maßnahmen können schon viel ausrichten. Kommt es zum äußersten, helfen nur noch Systeme, die per Signal die Position des Autos verraten.

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Meist schnallen professionelle Oldtimerdiebe vier „Car-Jacks“ unter die Räder eines Klassikers und ziehen ihn rasch auf einen Kippahnänger. Irgendwelche Sperren und selbst Antidiebstahlsysteme interessieren sie dann nicht.
Meist schnallen professionelle Oldtimerdiebe vier „Car-Jacks“ unter die Räder eines Klassikers und ziehen ihn rasch auf einen Kippahnänger. Irgendwelche Sperren und selbst Antidiebstahlsysteme interessieren sie dann nicht.
(Bild: Micare PS)

„Wie haben die das nur geschafft?“ Eine typische Frage, die sich Besitzer eines Fahrzeugs häufig stellen – besser gesagt: ehemalige Besitzer. Nämlich dann, wenn ihnen ihr Automobil abhanden gekommen ist. Und zwar derart, dass es unbekannte Diebe schlicht und ergreifend entwendet haben. Davon betroffen sind nicht nur Eigner aktueller, sondern offenbar im wachsenden Maße auch historischer Modelle. Beispielsweise jener Mann mit dem wunderschönen Mercedes-Benz 220 SE Cabriolet von 1960; Ende Dezember hat man es ihm in Aachen gestohlen.

„Das Cabrio wurde gezielt aus einem Garagenpark geklaut, es wurden nur meine zwei Garagentore aufgebrochen. Die Diebe wussten exakt, wo meine Autos stehen“, berichtet der Geschädigte. Im Vorfeld hatte ihn mehr als einmal ein holländischer und ein deutscher Mietwagen mit „WI“-Kennzeichen verfolgt.

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„Leider kommt es um Aachen, Düren und Monschau regelmäßig zu Oldtimerdiebstählen. Das lässt auf bandenmäßige Aktivität schließen“, erklärt Antonina Stumpfernagel, Geschäftsführerin von Micare. Das Unternehmen betreibt eine „Anti-Diebstahlplattform“ für Oldtimer und bietet spezielle Anti-Diebstahlkonzepte an.

Beliebte „Mach mal 'n Foto!“-Methode

So kommt gerade bei teuren Cabrios ein neuer, aber zugleich simpler und effektiver Trick zum Einsatz, weiß die Geschäftsführerin: Dabei stellen sich die Handlanger der Täter an das Fahrzeug und machen vermeintlich „coole“ Fotos mit ihrem Smartphone. Einer der Beteiligten lässt bei dieser Gelegenheit unauffällig einen kleinen Tracker hinter die Vordersitze oder an sonst geeigneter Stelle fallen. Nun müssen die Kriminellen nur noch auf dem Smartphone schauen, wo sich das Objekt der Begierde befindet. Eines nachts schlagen sie unauffällig zu.

„Schauen Sie bei auffälligen Handlungen am Fahrzeug, so Sie sie mitbekommen, lieber einmal zu oft nach“, rät die Diebstahlbekämpfungsexpertin. Der Trick funktioniert übrigens auch bei geschlossenen Autos mit einem Magneten am Tracker; er wird häufig beim Schuhebinden platziert.

Nicht anders als dem Eigentümer des alten Mercedes erging es kürzlich dem Besitzer eines Porsche 911. Er hatte in seinen Augen alles Menschenmögliche getan, um seinen Klassiker vor Diebstahl zu schützen. Doch weder zwei Tore noch Lenkradschloss nebst Lenkradkralle und Stromunterbrecher konnten die Diebe zurückhalten, das 1983er 911 SC Cabrio im November aus einer Tiefgarage in Essen zu stehlen. Wie diesen ihre Tat gelingen konnte? „In der Regel wird das Objekt zunächst ausspioniert“, beschreibt Stumpfernagel die Vorgehensweise. „Der eigentliche Abtransport erfolgt dann meist durch mehrere Personen auf einem Kfz-Anhänger mit Kippvorrichtung. Mithilfe von vier sogenannten Car-Jacks, einer Art Rollbrettern unter den Rädern, kann das Auto leicht in alle Richtungen manövriert werden.“

Auffinden als ultimative Lösung

Den Tätern reichen oft nur wenige Minuten, um die Beute auf einen Anhänger zu ziehen, zu befestigen und wegzuschaffen. „Vollprofis haben zudem immer noch einen sogenannten Jammer dabei, der GSM- und GPS-Signale unterdrückt, die eventuell im Oldie verbaute Antidiebstahlsysteme aussenden“, weiß Stumpfernagel. Somit bekommt der Eigentümer sogar von solch modernen verbauten Einrichtungen keinen Warnhinweis, dass sein Fahrzeug gerade wegbewegt wird.

Ist das Auto gestohlen, hilft der „Re-Locator“ von Micare. Er vermeidet typische Nachteile konventioneller Trackingsysteme: Bei autarken, batterie- oder akkubetriebenen Systemen, die vor oder nach einem Diebstahl dauerhaft GSM- (Mobilfunk) oder GPS-Signale zur Satellitenortung aussenden, ist die interne Stromversorgung nach circa zwei Wochen aufgebraucht. Der Re-Locator hingegen arbeitet mit passiver Ortung: Das System reagiert ausschließlich auf gezielte Abfrage durch die Sicherheitszentrale. Kommt es zu einem Diebstahl, lokalisiert ein privater Ermittler vor Ort die Position des Wagens und stellt das Auto gemeinsam mit den örtlichen Behörden sicher. Zudem bleibt der Re-Locator Dieben verborgen, da er für „Sweeper“ unsichtbar ist.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group