Tipps und Tricks gegen Fälschungen und verdeckte Schäden

Autor: Steffen Dominsky

Wo hohe Preise und satte Gewinne locken, sind Fälschungen nicht weit. Der Handel mit klassischen Fahrzeugen macht da keine Ausnahme. Wie man Betrügern auf die Schliche kommt, analysierte der Oldtimerkongress „Recht & Schaden“.

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Zum ersten Mal fand der Oldtimerkongress von ZKF und BVSK in Würzburg statt.
Zum ersten Mal fand der Oldtimerkongress von ZKF und BVSK in Würzburg statt.
(Bild: Stefan Bausewein)

Oldtimer sind in vielen Fällen inzwischen eine veritable Geldanlage – mit den entsprechenden Risiken. Wie es um die Anlagesicherheit steht, sprich ob das alte Blech das geforderte Geld wert ist, zeigte der Oldtimerkongress „Recht & Schaden“ am 11./12. Mai im Würzburger Vogel Convention Center. Gemeinsam geladen zu diesem Fachkongress hatten die Verbände BVSK und ZKF sowie die Fachzeitschrift »Fahrzeug+Karosserie«. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Hauptsponsor GTÜ sowie sechs weiteren Ausstellern.

„Ob Du Recht hast oder nicht, sagt Dir gleich das Licht!“, lautete einst der obligatorische Spruch einer bekannten TV-Wissensendung für Kinder. Gleiches gilt für das Classic Business, dem Geschäft rund um Young- und Oldtimer. So reicht es manchmal – wenn es beispielsweise darum geht, festzustellen, ob ein Fahrzeug gefälscht ist, also ob die Fahrgestellnummer (FIN) manipuliert wurde –, wenn man die Kombination aus geschlagenen Ziffern mithilfe einer Taschenlampe kontrolliert. Besser gesagt deren Rückseite, gegebenenfalls mit Unterstützung eines kleines Spiegels.

Oldtimerkongress 2018: Wissen für Klassik-Betriebe
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„Nicht alle Oldtimer tragen das Risiko, gefälscht zu werden. Meist sind es die Topmodelle einer Baureihe“, erklärte Peter Deuschle, Sachverständiger und bekannter Oldtimerexperte. Die sichtbare Seite einer FIN werde oftmals „perfekt“ gefälscht, also bearbeitet, doch die Rückseite der entsprechenden Blechpartie spricht eine ganz andere Sprache. Wer die in Augenschein nimmt, könne relativ oft relativ genau erkennen, ob eine Manipulation vorliegt oder nicht. Auch die FIN vor einem Kauf mithilfe einer meist einfachen Internetrecherche oder eines Fachbuchs aufzuschlüsseln, liefert dem Käufer wertvolle Informationen zum jeweiligen Modell und dessen „echten“ Fahrgestellnummern.

Doch selbst wenn das Objekt der Begierde papiertechnisch in Ordnung ist, muss es das lange noch nicht auch lack- bzw. blechtechnisch sein. Denn nicht selten steckt unter der glänzenden Hülle der blanke Pfusch. Doch wie diesen zerstörungsfrei aufdecken? „Ganz einfach!“, antwortet Volker Carl von der Theta-Scan GmbH. „Mithilfe des aktiven Thermografieverfahrens können wir schnell und einfach unter den Lack eines Oldtimers blicken. So erkennen wir, ob, wo und vor allem auch wie eine Karosserie nachlackiert, gespachtelt bzw. gezinnt wurde“, warb er im Rahmen seines Vortrags „Fälschungen und Betrug bei Oldtimern erkennen“ für das von ihm für Anwendung bei Fahrzeugen entwickelte Verfahren. Dieses kann durch die Entwicklung als mobile Einheit auch beim Kunden vor Ort durchgeführt werden. Ab 250 Euro (ohne Anfahrtskosten) für einen Seitenscan links/rechts ist der Auftraggeber dabei.

Oldtimerkongress 2018: Ausfahrt zum Auftakt
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Und wenn der Oldie dann doch zum (gerichtlichen) Streitfall wird? „Es gibt in Deutschland 150.000 Rechtsanwälte. Suchen Sie sich den richtigen Anwalt, der Benzin im Blut hat!“, lautet die Empfehlung, die Elmar Fuchs im Rahmen seines Vortrags gab. Kfz-Betrieben hingegen machte der bekannte Fachanwalt Mut, indem er darauf hinwies, dass es kaum Gerichtsurteile zu Ansprüchen gegen Restaurierungsbetriebe gebe. Mit anderen Worten: Fast ausnahmslos trage bei Konflikten zwischen Auftraggeber und Betrieb auch der Kunde eine deutliche Mitschuld; beispielsweise dann, wenn er auf Bezahlung ohne Rechnung bestehe oder ungenaue Angaben zum Arbeitsauftrag mache.

Oldtimerausfahrt zum Auftakt

Neben diesen Vorträgen bot der Oldtimerkongress „Recht & Schaden“ viele weitere informative und spannende Vorträge. Vor allem aber bot er den Teilnehmern zahlreiche Möglichkeiten, um sich unter Gleichgesinnten auszutauschen. Neben dem Abendevent am Freitag im Würzburger Hofbräukeller bot sich dafür die gemeinsame Oldtimerausfahrt an – ein Novum des Oldtimerkongresses. Rund 30 Teilnehmer waren dazu mit ihrem Klassiker nach Würzburg gekommen und nahmen am Freitagmittag die 130 Kilometer lange Tour durch Main- und Tauberfranken unter die Räder. Als Zwischenziel fungierte der „Brückenbaron“, ein für technikaffine Menschen willkommenes Ausflugsziel.

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Wachstumspotenzial weiter vorhanden

Zum dritten Mal hat sich die Branche zum Oldtimerkongress getroffen, der durch den Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e.V. (ZKF) sowie den Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen e.V. (BVSK), das Portal Autorechtaktuell.de sowie die Eurogarant AG getragen wird. Als Partner fungierte in diesem Jahr zudem die Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ).

Um weiter wachsen und die „Champions League der Oldtimerszene“ (Zitat Peter Börner, Präsident des ZKF) besser und umfangreicher informieren zu können, erfolgte der Wechsel der Veranstaltung zu Vogel Business Media in das VCC nach Würzburg.

Wer mehr über den Oldtimerkongress erfahren bzw. selbst einmal mit von der Partie sein möchte, findet auf der Webseite der Veranstaltung weitergehende Informationen.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group