Tölke & Fischer macht Azubi zum Youtube-Star

Krefelder Autohausgruppe erreicht Platz fünf des Internet Sales Awards

| Autor: Udo Schwickal

Das Volkswagen-Zentrum Krefeld der Autohausgruppe Tölke & Fischer.
Das Volkswagen-Zentrum Krefeld der Autohausgruppe Tölke & Fischer. (Foto: Schwickal)

Wer das Autohaus Tölke & Fischer mit seinen zehn Marken und zwölf Standorten auf unterhaltsame Weise kennenlernen will, der sollte sich einige der Videos ansehen, die es auf seinen zwei Youtube-Kanälen hinterlegt hat: Da stellen sich die Verkäufer in einem Kurzspot vor und werben um Kunden. Gerne auf witzige Weise: So schenkt in einem Spot ein Ehemann seiner Gattin einen Autoreifen zum Geburtstag, mit dem ironischen Hinweis, dass nach zwölf Geburtstagen das Auto komplett sei. Am beliebtesten mit durchschnittlich 1.500 Aufrufen sind die für die junge Zielgruppe produzierten „Erklär-Peer“-Videos, in denen Noch-Azubi Peer Henke flapsig Themen rund um das Autohaus behandelt.

Ausgangspunkt für alle Online- und Social-Media-Aktivitäten ist die neue Webseite www.toefi.de. „Wir haben uns vor einem Jahr zusammengesetzt und entschieden, dass wir eine neue Webseite benötigen. Dann haben wir uns gute Webseiten von Autohäusern, aber auch von anderen Branchen angesehen“, beschreibt Marketingleiter Christian Rauen den Startpunkt des Relaunchs, der zusammen mit der IT-Abteilung durchgeführt wurde.

Das neue Projektteam bemängelte vor allem die langen Ladezeiten, das unübersichtliche und textlastige Design sowie den Informationsüberfluss der alten Internetseite. Des Weiteren fehlten eine Optimierung für Suchmaschinen und mobile Endgeräte. Das sollte sich gründlich ändern. „Die neue Webseite ist zukunftsorientiert und hat ein modernes Kacheldesign. Sie ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Weil wir die Inhalte auf das Wesentliche reduziert haben, lädt die Seite sehr schnell“, lobt Rauen. Weitere Innovationen seien die Suchmaschinenoptimierung, das sogenannte responsive Design und die Möglichkeit, neue Inhalte hinzufügen zu können.

Anschließend überlegten die Beteiligten, welche Inhalte auf der neuen Seite an welcher Stelle stehen sollten. „Wir haben die aktuelle Seite komplett zerlegt und darüber nachgedacht, wie wir sie zukunftsträchtig gestalten können. Das ging nur dank dem guten Zusammenspiel zwischen IT- und Marketingabteilung“, erinnert sich der stellvertretende EDV-Leiter Christian Adler. Schließlich musste das Team zunächst die Geschäftsleitung für die geplante Webseite begeistern, ohne viel Geld an eine Agentur auszugeben. Daher wurden die einzelnen Seiten als Powerpoint-Datei gestaltet und anschließend präsentiert.

„Wir haben bei der alten Seite die Klickzahlen analysiert und entsprechend die neue Struktur gestaltet“, verrät Adler. Was häufig geklickt wurde, wanderte nach vorn. „Außerdem haben wir sehr viel Wert darauf gelegt, unsere Töfi-Werte und unser Unternehmensleitbild herauszustellen“, sagt Rauen. Aus diesem Grund steht jetzt bereits auf der Startseite, dass Tölke & Fischer für Lebensgefühl, Wertschätzung und Freude an der Begegnung steht – und die Mitarbeiter daran Spaß haben, Dienstleister zu sein.

Die Agentur muss passen

Dann begann die Suche nach der passenden Agentur. „Wir haben uns für den Dienstleister Pixelkonzept entscheiden, der zunächst die Töfi-Apps entwickelt hat“, erklärt Rauen. Aus Sicht des Projektteams war er der professionellste und zugleich flexibelste Anbieter – allerdings nicht der günstigste. Der Preis für die neue Webseite lag schließlich im unteren fünfstelligen Bereich. Eine besondere Herausforderung war die Tatsache, dass Tölke & Fischer auch die Seiten der Hersteller und die unterschiedlichen Unternehmensteile integrieren musste. So laufen die Marken Ford, Kia und Volvo unter dem Autohaus Link, während die VW-Marken unter Tölke & Fischer zusammengefasst sind. Porsche wird unter einer eigenen GmbH vertrieben.

Internet Sales Award 2015: Erste Liga im Onlinebusiness

Bei der Analyse stellte das Projektteam zudem fest, dass Informationen über Neuwagen fehlten. „Auf unserer alten Seite waren fast nur Gebrauchtwagen zu sehen“, erinnert sich Adler. Der Kunde klickte also immer weg auf die Herstellerseiten, wenn er etwas über neue Modelle erfahren wollte. „Das haben wir geändert. Der Besucher hat jetzt alle Informationen zu Neuwagen auf unserer Seite“, so Adler. Lediglich sein Wunschfahrzeug kann er dort nicht konfigurieren. Dafür steht ihm eine Fahrzeugbörse für Neu- und Gebrauchtwagen zur Verfügung, in der er seine Favoriten speichern und bis zu drei Modelle miteinander vergleichen kann. Die Bilder und Daten werden dabei von den Mitarbeitern selbst eingepflegt.

Um mehr Besucher auf die neue Webseite zu locken, werden unter dem Reiter „News & Events“ Neuigkeiten von den Automobilherstellern abgebildet. Neu ist auch die Online-Buchung eines Werkstatttermins, was bislang aber nur für VW und VW-Nutzfahrzeuge im Volkswagen-Zentrum Willich angeboten wird. Nachdem der Besucher die Fahrzeugmarke ausgewählt hat, muss er sich für ein Werkstattangebot entscheiden. Anschließend bestimmt er den Standort und bucht den Termin. „Das Angebot wird von den Kunden gut angenommen“, sagt Rauen. Es muss es wissen. Schließlich bekommt er von jeder Buchung eine Kopie der E-Mail zur Kontrolle. Damit der neue Service noch populärer wird, erhält jeder Autohaus- und Werkstattkunde einen Flyer mit dem Hinweis, wie er sich künftig online im Service anmelden kann.

Dass die neue Webseite gut funktioniert, zeigen nicht nur die Kundenreaktionen. Immerhin kommt jede dritte Online-Anfrage inzwischen über den eigenen Auftritt. Lob kommt auch vom Hersteller und von den Händlerkollegen. „Wir haben uns oft gefragt, warum wir die Pionierarbeit für die anderen machen. Aber wenn wir dann die positiven Reaktionen und interessierten Nachfragen von anderen Händlern hören, sind wir sehr stolz“, beschreibt Rauen das Ergebnis.

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