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Token soll richtigen Corona-Abstand sicherstellen

Autor: Julia Mauritz

Ein Digital-Health-Unternehmen hat ein dreistufiges Corona-Schutzkonzept speziell für den innerbetrieblichen Einsatz entwickelt: Es setzt auf Sicherheitsabstand, die Nachverfolgung von Infektionsketten und die Früherkennung von Symptomen.

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Token sollen sicherstellen, dass sich die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht zu nahe kommen.
Token sollen sicherstellen, dass sich die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht zu nahe kommen.
(Bild: HMO)

Das Münchner Digital-Health-Unternehmen HMO hat eine dreistufige Corona-Management-Lösung speziell für den innerbetrieblichen Einsatz in Unternehmen entwickelt. Die Lösung besteht aus Token und zwei Apps, die Lücken in der Pandemie-Überwachung schließen. Im Fokus standen dem Anbieter zufolge drei wesentliche Faktoren, welche die Corona-Pandemie eindämmen: die Wahrung eines Abstands von mindestens 1,5 Meter, die schnelle Nachverfolgung von Infektionsketten sowie die Früherkennung von Gesundheitsrisiken bei Mitarbeitern.

Den Kern des Corona-Warnsystems bildet ein IoT-basierter Token 2.0, der per Bluetooth Daten austauscht und für den richtigen Abstand bei den Mitarbeitern sorgt. Er lässt sich beispielsweise als Armband oder um den Hals an einem Band tragen. Unterschreitet der Träger den Mindestabstand zu einem anderen, ebenfalls mit Token ausgestatteten Kollegen, ertönt ein Alarm in Form eines Tons, einer Vibration und eines LED-Leuchtsignals.

Die Datenaufzeichnung von Begegnungen von mindestens einer Minute Dauer erfolgt HMO zufolge anonym und erlischt nach 21 Tagen, also dem Zeitraum, in dem eine Covid-19-Infektion erkennbar wird. Die Batterielaufzeit der Token liegt bei sieben Tagen. Die Aufladung erfolgt über ein mitgeliefertes USB-Kabel.

Innerbetriebliche Tracing-App

Um mit Hilfe der Token auch Infektionsketten nachverfolgen zu können, hat das Digital-Health-Unternehmen zusätzlich eine Tracing-App programmiert, die betriebssystemunabhängig über den Browser läuft. Im Zusammenspiel mit den Token soll sie Infektionsketten erkennen und helfen, diese zu unterbrechen. Dazu wird jeder Token einmalig in der Anwendung des Nutzers angemeldet. Die Token funktionieren auch ohne Mobiltelefon und speichern lokal bis zu 2.000 Begegnungen. Diese werden von der Tracing-App ausgelesen und benachrichtigen die Mitarbeiter im Falle einer gemeldeten Infektion anonym. Die App dient auch dazu, den Token individuell zu konfigurieren: So ist es zum Beispiel möglich, lediglich einen Vibrationsalarm einzustellen.

Vermutet ein Nutzer eine Corona-Infektion, kann er seine Kontakte über die Tracing-App warnen. Dies geschieht über verschlüsselte Benachrichtigungen an die Kontakte. Sollte ein Mitarbeiter kein Smartphone besitzen, lässt sich die Tracing-App DSGVO-konform mit Zustimmung der Mitarbeiter zentral steuern.

App gibt Aufschluss über Risiko

Die zweite webbasierte App dient der innerbetrieblichen Kommunikation und der Evaluierung von Gesundheitsrisiken der Belegschaft. Mittels eines Tests, den die HMO mit Virologen entwickelt hat, kann jeder Mitarbeiter einschätzen, ob er einer Hochrisikogruppe angehört. Es gibt drei Stufen: von niedrig über mittel bis hoch.

Darüber hinaus ist täglich ein Covid-19-Symptom-Check durchführbar, falls vom Mitarbeiter gewünscht. Diese Informationen stehen ausschließlich dem betroffenen Mitarbeiter zur Verfügung und werden nicht an das Unternehmen weitergeleitet.

Über die App können die Mitarbeiter zudem über aktuelle interne Verhaltensregeln sowie Nachrichten im Zusammenhang mit Covid-19 informiert werden. Die Web-Applikation wird vom Unternehmensadministrator konfiguriert, der auch die Verbreitung von internen Maßnahmen steuern kann. Ein Dashboard gibt einen statistischen Überblick über die Nutzung der Applikation und die Risikoverteilung in der Mitarbeiterschaft.

Die Token kosten HMO zufolge je nach Abnahmemenge zwischen 12 und 25 Euro. Es gibt eine einmalige vierstellige Einrichtungsgebühr, abhängig von der Firmengröße. Zudem müssen Kunden eine monatliche Lizenzgebühr leisten, auch diese orientiert sich an der Größe des jeweiligen Unternehmens. Die Preisspanne liegt dabei zwischen 800 und 5.000 Euro pro Monat.

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Über den Autor

 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin