Tokyo Motor Show: Abhaken und weitermachen

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

E-Auto bleibt Nische

Das reine E-Auto bleibt auch in Japan zunächst ein Nischenphänomen. Honda hat immerhin die Stromvariante des Jazz im Gepäck, die im kommenden Jahr in den USA starten soll. Zwar zeigen auch Nissan mit dem Pivo3, Toyota mit dem FT-V III und Honda mit dem Micro Commuter Concept mögliche künftige Stadtautos mit Elektroantrieb – Daten zur Markteinführung gibt es aber noch nicht. Auch in der erstmals eingerichtete Smart Mobility-Halle sind serienreife Modellneuheiten kaum zu sehen. Im Fokus stehen stattdessen Heim-Kraftwerke für Elektro- und Hybridautos. Mit Solaranlagen und Windkrafträdern sollen sich japanische Haushalte künftig vom öffentlichen Stromnetz unabhängig machen – auch eine Erfahrung aus der Fukushima-Katastrophe, die für eine monatelange Stromknappheit gesorgt hatte.

Eine interessante, wenn auch noch nicht serienreife, Alternative zum elektrischen E-Auto zeigt Mitsubishi mit der Studie Regina. Dort kommt zwar ein konventioneller Turbobenziner zum Einsatz, aufgrund des geringen Gewichts von 730 Kilogramm und einer extrem windschnittigen Karosserie mit teilverkleideten Hinterrädern soll der Fünftürer mit rund 3 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern auskommen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

Starke deutsche Präsenz

Auch wenn die Tokyo Motor Show eindeutig ein Heimspiel der Japaner ist, verstecken sich die deutschen Marken nicht. Sie haben vor allem die Luxus-Nische für sich entdeckt. Und so spart sich Volkswagen etwa den in Europa groß beworbenen Up und zeigt stattdessen das luxuriöse Mittelklassemodell CC und die Offroad-Variante des Alltrack. Bei knapp zwei Prozent Marktanteil und Japan und einem Anteil eine nachvollziehbare Strategie. Dass Japan für Wolfsburg aber trotzdem nicht unwichtig ist, beweist die Premiere der Studie Cross Concept. Der Mix aus SUV und Coupé trägt erstmals das kommende neue VW-Markengesicht und basiert als erstes Modell der Marke auf dem neuen Baukastenprinzip für die Kompaktklasse, das auch dem kommenden VW Golf verpasst wird.

Porsche bedient seine kleine, aber traditionell begeisterte Kundschaft in Japan mit der Premiere der Panamera-Motorversion GTS und zeigt den neuen 911 erstmals in Asien. Audi hat als Weltpremiere die fünftürige Version des Kleinwagens A1 im Gepäck und BMW zeigt ebenfalls erstmals die Hybridversion der 5er-Limousine. Neuheitenwert haben all die Debüts aber abgesehen von der physischen Präsenz nicht. Technische Daten und Bilder sind teilweise schon seit Monaten bekannt, Das gilt auch für die Vertreter von Mercedes-Benz. SLS AMG Roadster und C63 AMG Black Series stehen hier vor allem, um sich dem kleinen Kreis solventer Kunden vorzustellen.

Dabeisein ist alles

Dabeisein ist in Tokio wieder wichtig. Bei der vergangenen Ausgabe der Motor Show im Finanzkrisen-Jahr 2009 hatte der Westen noch mehr oder weniger geschlossen abgesagt. In diesem Jahr hat sich die Ausstellerzahl mit 179 Herstellern wieder fast verdoppelt. Trotzdem fehlt noch einiges an Prominenz. So bleiben die Amerikaner ebenso geschlossen fern wie die aufstrebenden koreanischen Marken Kia und Hyundai. Vor allem letztere hätten beim Heimspiel ihrer wiedererstarkten Konkurrenz wohl im Schatten stehen müssen.

(ID:388495)