Toyota Land Cruiser: Weit abseits der Straßen

| Autor: sp-x

Toyota hat den Land Cruiser neu aufgelegt.
Toyota hat den Land Cruiser neu aufgelegt. (Bild: Toyota)

Als Ikone beschreibt der Duden eine „Person oder Sache, die bestimmte Werte oder ein bestimmtes Lebensgefühl verkörpert“. So gesehen hat der Toyota Land Cruiser dieses Prädikat verdient. Vor 65 Jahren erschien er als nüchterner Geländeprofi im klassischen Jeep-Look, inzwischen ist er als recht elegantes SUV unterwegs. Von seinem Können über Stock und Stein hat er über die Jahre hinweg aber nichts eingebüßt. Um die neueste Version des bis zu knapp 68.000 Euro teuren „Land-Kreuzers“ ins passende Licht zu rücken, steckten die Japaner ein exotisches Testterrain ab.

Und zwar weit abseits fester Straßen, in der menschenleeren Wüste von Namibia, eingerahmt von schroffen Berglandschaften. Ein Land, zweimal so groß wie Deutschland, mit gerade einmal so viel Einwohnern wie Hamburg. Hier geht es nicht ums Einparken in enge städtische Lücken, um den Wendekreis oder ums flotte Fortkommen auf asphaltierten Autobahnen. Hier muss der Land Cruiser auf dem Weg zum Ziel Klippen meistern, vor denen selbst ein erfahrener Wanderer Respekt hätte. Das für deutsche Verhältnisse mit fast 4,85 Metern „große“ SUV war wegen seiner Fähigkeiten im Gelände schon immer bekannt. Jetzt geht er in neuem Look und mit weiter verbesserter Allradtechnik an den Start.

Dabei haben die japanischen Designer eine Scharte des Vormodells ausgewetzt, die bei Querfeldein-Jüngern ebenso für Kopfschütteln gesorgt hat wie bei den Lifestylern, die mit ihren Toyota nie feste Straßen verlassen. Die großen Scheinwerfer-Augen mit ihren weit herunter ragenden „Tränensäcken“ fürs LED-Tagfahrlicht sollten zwar für Modernität sorgen, wirkten aber alles andere als elegant und zeitgemäß. Jetzt sind sie deutlich schmaler, setzen auf einen zierlichen LED-„Lidstrich“ und harmonieren mit dem fett chromumrandeten Kühlergrill und seinen fünf dicken Streben. Zudem spendierten die Gestalter der Motorhaube eine recht tiefe mittige Sicke, die die Sicht nach schräg vorne verbessern soll. Das neue Gesicht steht dem Land Cruiser zweifellos gut.

Ähnliches gilt für den völlig umgestalteten Innenraum mit 4,2-Zoll-Monitor, einer separaten Bedienfläche für die verschiedenen Gelände-Fahrprogramme und einem modern gestylten Lenkrad. Je nach Ausstattung sitzt der Globetrotter auf feinem Leder, dessen Sitzfläche per Knopfdruck gekühlt werden kann und lauscht dabei einem Soundsystem mit bis zu 14 Lautsprechern. Ein nobles Ambiente, eigentlich viel zu schade, um es dem gelben Wüstenstaub, der stets auch ins Auto dringt, auszusetzen. Vielleicht ist es ja dieser Kontrast zwischen behaglicher Gemütlichkeit und extremen Fähigkeiten im Nirwana, der den Land Cruiser so beliebt gemacht hat.

Ärger wegen IS-Kämpfern

Es sind zwei große Gruppen, die sich meist mit dem Toyota-Flaggschiff anfreunden. Zum einen SUV-Fans, die die Vorzüge des geräumigen, hochgebauten Land Cruiser als komfortables Reisemobil schätzen, aber keine Abenteuer-Ambitionen haben. Aber eben auch diejenigen, die darauf angewiesen sind, dass ihr Auto unter widrigen Bedingungen nicht schlappmacht, ein echtes Nutz-Fahrzeug ist und sie durch ein Land begleitet, das eigentlich „autofeindlich“ ist.

Natürlich muss Toyota damit leben, dass sich unter die Kunden auch Menschen mischen, mit denen sich ein Hersteller nicht gerne schmückt. Zahlreiche Fernsehbilder, die um die Welt gingen, zeigten finstere IS-Kämpfer mit ihren schwarzen Fahnen stets in Kolonnen aus Toyota-Allradlern. Das brachte den Japanern Ärger ein, auch wenn sie sich diese Nutzer sicher nicht ausgesucht hatten.

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