Toyota: Marge wird besser kalkulierbar

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Zum 1. Juni 2016 tritt Toyotas neues Margensystem in Kraft. Die Grundmarge steigt, die Zahl der variablen Elemente sinkt – ein wichtiger Schritt im Kampf um höhere Renditen im Handel.

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(Foto: Wehner)

Immer mehr Hersteller und Importeure erhöhen in ihren Margensystemen zum Unmut der Händler die variablen Elemente und senken die Grundmarge. Toyota geht genau den umgekehrten Weg: Im neuen Margensystem, das der Kölner Importeur zum 1. Juni 2016 parallel zum einstufigen Händlernetz einführt, steigt die Grundmarge von 10 auf 13 Prozent. Die Zahl der variablen Elemente sinkt hingegen: Geblieben sind lediglich ein Auditrabatt, ein Volumen- und ein Zielerreichungsbonus. Dazu gibt es noch eine separate Vorführwagenunterstützung.

Händlerverbandspräsident Michael Martin lobte im Gespräch mit »kfz-betrieb« das neue Margensystem, das gerade einmal elf Seiten umfasst und im engen Dialog zwischen Importeur und Verband geformt wurde: „Es ist nicht nur wesentlich einfacher und transparenter, sondern auch deutlich besser kalkulierbar und stößt folglich auf eine breite Zustimmung bei den Toyota-Händlern.“

Die Ertragssituation im Toyota-Händlernetz bezeichnet Michael Martin nach wie vor als nicht zufriedenstellend: Die durchschnittliche Rendite sei 2015 trotz des rückläufigen Neuwagengeschäfts zwar von 0,8 auf 1 Prozent gestiegen, mittelfristig müsse es aber gelingen, wieder die 1,5 Prozent zu knacken.

Gruppenhändler verlieren bis zu 60 Prozent Umsatz

2016 rechnet Michael Martin vor allem durch die Netzrestrukturierung mit einem schwierigem Jahr: „Zur Jahresmitte fallen rund 100 Vertriebspartner weg, und diese Einheiten müssen die rund 400 verbleibenden Händler auffangen.“ Vor allem die ehemaligen Gruppenhändler stünden vor einer schwierigen Aufgabe: Durch den Wegfall der Partnerhändler würden sie zum Teil 30 bis 60 Prozent ihres Gesamtumsatzes verlieren.

Dennoch glaubt der Händlerverbandspräsident, dass der Neuwagenabsatz bei Toyota in diesem Jahr steigen wird: „Ich gehe davon aus, dass wir uns 2016 an 70.000 Einheiten orientieren können, weil die Voraussetzungen besser sind als im Vorjahr.“ Die Verfügbarkeit sei bei allen Modellen deutlich höher. Zudem gibt Toyota 2016 auch modelltechnisch Vollgas: Neben dem modellgepflegten RAV4, der erstmals auch mit Hybridantrieb erhältlich ist, rollen der neue Prius, der neue Hilux, der deutlich emotionalere Pro Ace und zum Jahresende das ganz neue Kompakt-SUV C-HR auf den Markt.

Für die kommenden Jahre schätzt der Verbandspräsident die Aussichten für die Marke folglich als sehr positiv ein: „2017 sehe ich eine deutliche Volumensteigerung, und bei einem ähnlich starken Gesamtmarkt wie im vergangenen Jahr müsste der Zielkorridor in den Jahren 2018 und 2019 schon bei 85.000 bis 90.000 Einheiten liegen.“

Das komplette Interview mit Toyota-Händlerverbandspräsident Michael Martin lesen Sie in der Ausgabe 5/2016 von »kfz-betrieb«, die am 5. Februar erscheint.

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