Toyota Mirai: Die Zukunft fährt bereits vor

Autor / Redakteur: SP-X / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Während die Politik über die richtige Förderpolitik für E-Autos streitet, fährt eine weitere Antriebsalternative vor. Toyota liefert sein Wasserstoff-Auto Mirai an die Kunden aus.

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Dem Toyota Mirai sieht man an, dass er anders ist. Sein futuristisches Design zeigt seine inneren technologischen Werte, den Wasserstoff-Antrieb.
Dem Toyota Mirai sieht man an, dass er anders ist. Sein futuristisches Design zeigt seine inneren technologischen Werte, den Wasserstoff-Antrieb.
(Foto: Toyota)

Dass Autos mit alternativen Antrieben anders aussehen müssen als solche mit Verbrennungsmotoren, ist nicht nur für Toyota – siehe Prius – ein Leitmotiv. Auch BMW hält sich mit seinen Modellen i3 und i8 daran. Zum einen soll und will der Besitzer seiner Umwelt zeigen, wie er denkt. Zum anderen können die Menschen am Auto sofort ablesen: Hier fährt hier die Zukunft – sauber, leise und emissionsfrei. Im Fall des Mirai ist das wörtlich zu nehmen, „Mirai“ bedeutet übersetzt „Zukunft“.

Der Wasserstoff-Toyota kommt so außergewöhnlich daher, dass man nicht so recht weiß, ob man dieses Auto nun cool, spacig oder hässlich finden soll. Besonders die schlitzförmigen Scheinwerfer und die beiden riesigen Dreiecks-Lufteinlässe an der Front bilden ein gewöhnungsbedürftiges Ensemble. Auch die keilförmige Seitenansicht und das pummelige Heck stören das ästhetische Wohlbefinden.

Toyota Mirai: Voll auf Wasserstoff
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Futuristisch ist auch, was unter dem Blech passiert. Angetrieben wird der Mirai – mit 4,89 Metern so lang wie ein Audi A6 – von einem 113 kW/154 PS starken Elektromotor. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches, E-Autos gibt es mittlerweile viele. Den Strom im Mirai aber liefert eine sogenannte Brennstoffzelle, indem sie über spezielle Membranen Wasserstoff und Sauerstoff zusammenbringt. Der Chemiker spricht von „kalter“ Verbrennung. Als Abgas entsteht nichts außer Wasser, das als Dampf oder in Tröpfchen dem Auspuff entweicht.

Das Prinzip der Brennstoffzelle ist weit über 100 Jahre alt. Doch erst jetzt fängt die Sache an, halbwegs effizient zu werden. Das Energie-Paket im Mirai ist nur noch so groß wie ein Handgepäckkoffer, verbirgt sich unter den Vordersitzen und wiegt 56 Kilogramm.

Wenig Platz für viel Geld

Kostentechnisch aber hat man noch viel vor sich. Das weiß auch Toyota und muss den Mirai daher entsprechend teuer anbieten, um wirtschaftlich halbwegs sinnvoll zu arbeiten. Der Einstiegspreis beträgt 78.540 Euro. Toyota aber verleast den Mirai allerdings ausschließlich – für 1.219 Euro pro Monat. Viele werden jetzt sagen, dafür gibt es auch eine Mercedes S-Klasse. Stimmt, aber den Mirai kaufen Menschen, denen das egal ist und die mit ihrem Auto ganz einfach ein Öko-Statement setzen wollen.

Im Innenraum des Japaners geht es nahezu so futuristisch zu wie von außen vermutet. Displays dominieren das Cockpit, die Materialien sind hochwertig, auch an der Verarbeitung gibt es nichts zu mäkeln. Zugelassen ist der Mirai für vier Personen - ein Tribut an die beiden Tanks, die unter Rücksitzbank und Kofferraum stecken. Dies lässt lediglich ein Gepäckvolumen von 361 Liter zu, weniger als im Golf.

Fahrdynamisch bewegt sich Toyotas Brennstoffzellenauto so geschmeidig und sportlich wie andere Elektrofahrzeuge auch. Denn die eigentliche Stärke des Elektromotors ist sein hohes Drehmoment. Hier sind es 335 Newtonmeter, etwa so viel wie auch ein 2,0-Liter-Dieselmotor entwickelt, der hierzu aber Drehzahl braucht. Der Mirai schickt die volle Kraft aus dem Stand heraus an die Vorderräder.

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