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Toyota Mirai: Händler gehen leer aus

| Autor: Christoph Seyerlein

Die ersten Mirai-Modelle sind in Europa angekommen. Ab Oktober soll das Brennstoffzellenauto auf deutschen Straßen zu sehen sein. Den Vertrieb übernimmt Toyota selbst.

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Die ersten Mirai-Modelle sind in Europa angekommen.
Die ersten Mirai-Modelle sind in Europa angekommen.
(Foto: Toyota)

Die ersten fünf Toyota Mirai sind im britischen Bristol und im belgischen Zeebrügge vom Schiff gerollt. Die Brennstoffzellenautos bringt der Hersteller in Europa im Herbst auf den Markt, zunächst allerdings nur in Deutschland, Großbritannien und Dänemark. Auf dem restlichen Kontinent ist das Tankstellennetz noch zu löchrig, vor 2017 wird wohl kein Land dazukommen. In Japan gibt es die Limousine bereits seit vergangenem Dezember.

Nach seinem Europa-Debüt auf der IAA soll der Wagen mit dem Namen „Zukunft“ ab Oktober auch auf deutschen Straßen zu sehen sein. Toyota will allerdings nicht von einer klassischen Markteinführung sprechen. Zunächst sollen etwa 25 bis 30 Modelle im Direktvertrieb an Kunden geliefert werden. „Zum jetzigen Zeitpunkt würde es keinen Sinn machen, unsere Händler mit dem Mirai auszustatten“, sagte ein Toyota-Sprecher auf »kfz-betrieb«-Anfrage.

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Die Gründe dafür sind vielschichtig. Da wäre zum einen die Tankstellenproblematik. Manche Händler haben ihren Standort Herstellerangaben zufolge rund 300 Kilometer von der nächsten H2-Versorgungsstelle entfernt. Zu weit, um das Modell attraktiv vermarkten zu können. Die Zahl der Wasserstofftankstellen soll in Deutschland im Rahmen der Clean Energy Partnership (CEP) in naher Zukunft von derzeit 18 auf 50 wachsen, langfristig soll nach Willen der Bundesregierung ein flächendeckendes Netz mit rund 1.000 Stationen entstehen. Toyota gibt sich vorsichtig optimistisch. „Der Bau neuer Tankstellen geht etwas schleppend voran, aber immerhin passiert überhaupt etwas“, sagte der Sprecher. Schwerpunktmäßig will der Hersteller den Mirai zunächst in Hamburg und München anbieten, da dort eine vergleichsweise gute Versorgung herrscht.

Kaufen können Interessenten die Limousine zunächst einmal nicht. Toyota übergibt den Mirai hierzulande nur per Leasing an Kunden. Der Vertrag läuft über vier Jahre, die monatliche Rate liegt bei 1.219 Euro bei einer Laufleistung von 20.000 Kilometern im Jahr. Über ein Vermarktungsmodell für die Leasing-Rückläufer grübelt der Autobauer derzeit noch, vermutlich läuft aber auch das über Toyota selbst. „Wir müssen aber erst einmal abwarten, ob die Autos, die 2019 oder 2020 zurückgegeben werden, am Ende sind oder weiter verwertet werden können“, erklärte Toyota.

Toyota Mirai: Voll auf Wasserstoff
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Die Zusatzausstattung fällt bei der Brennstoffzellenlimousine äußerst spartanisch aus. Den Mirai wird es zunächst nur in einer Variante geben, lediglich zwischen zwei Farben für Exterieur und Interieur können Kunden wählen. Darüber hinaus ist nichts optional bestellbar.

Optisch wird der Mirai also mehr durch sein Design an sich, als durch farbliche Vielfalt auffallen. Allerdings soll das Modell keine Antwort auf die zuletzt vor allem in Deutschland lauter gewordene Kritik am Look von Toyota-Modellen sein. „Der Mirai soll auffallen, er soll zeigen, dass es etwas Neues gibt. Aber er verkörpert keine neue Designlinie von Toyota“, sagte der Sprecher.

In Japan scheint die Marke den Geschmack der Kunden getroffen zu haben. Allein 1.200 Bestellungen gingen auf dem Heimatmarkt bereits ein, die weltweite Jahresproduktion 2015 liegt bei gerade einmal 700 Stück. 2016 will Toyota 2.100 Mirai bauen, 2017 sollen es dann 3.000 sein. Es sei nicht das vordergründige Ziel, dass der Mirai zur großen Absatzmaschine werde, so der Hersteller. Das Modell solle vor allem über seine Vorteile – eine relativ hohe Reichweite mit 500 Kilometern und der vergleichsweise kurzen Dauer von drei bis fünf Minuten fürs Volltanken – für mehr Akzeptanz für die CO2-neutrale Technologie sorgen.

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