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Toyota schmeißt den Diesel aus dem Pkw-Programm

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Die Abgas-Affäre hat ein neues Opfer gefunden: die Dieselmotoren von Toyota. Nach einem kontinuierlichen Absatzrückgang setzen die Japaner in Europa jetzt nur noch auf Benzin- und Elektroantrieb.

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Toyota setzt konsequent auf den Hybridantrieb. Für die Diesel-Technik ist da kein Platz mehr.
Toyota setzt konsequent auf den Hybridantrieb. Für die Diesel-Technik ist da kein Platz mehr.
(Bild: Toyota)

Der europaweite Absatzrückgang der Dieselneuwagen hat Konsequenzen für das Modellangebot von Toyota. Der japanische Hersteller zieht sich in Europa noch in diesem Jahr ganz aus der Selbstzünder-Technologie für Personenwagen zurück. Das kündigte der Konzern auf dem Genfer Automobilsalons an. Dieselmotoren würden 2018 im gesamten Pkw-Angebot auslaufen, hieß es. Man reagiere damit auf das geringere Interesse der Kunden. Auch weltweit fährt der Hersteller sein Diesel-Engagement herunter.

Im vorigen Jahr hätten bei Toyota weniger als 10 Prozent der verkauften Autos in Europa einen Dieselantrieb gehabt, während Hybridantriebe einen Anteil von 41 Prozent erreichten. Bereits 2015 seien beide Varianten gleichauf gewesen. „Seitdem haben die Hybridverkäufe unsere Dieselverkäufe deutlich übertroffen“, erklärte Europa-Chef Johan van Zyl. Der Absatz der Hybrid-Modelle war 2017 europaweit um 38 Prozent im Vergleich zu 2016 gestiegen.

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Seit einigen Jahren seien Hybridversionen, wenn sie angeboten werden, der dominierende Antrieb. „In unserem jüngsten Modell beispielsweise, dem Toyota C-HR, betrug der Anteil im vergangenen Jahr 78 Prozent“, sagte van Zyl weiter. Die dritte Generation des Auris wird nun mit zwei Hybrid-Motorisierungen angeboten. Neu ist ein laut dem Europachef „kraftvoller“ 2,0-Liter-Motor, der in Sachen Leistung dem Diesel angeblich nicht nachsteht.

Bei Nutzfahrzeugen wie dem Pick-up Hilux oder Geländewagen wie dem Land Cruiser werde es weiter auch Dieselmodelle geben. Der Pkw Auris etwa werde künftig aber nur mit Benziner- oder Hybridmotor angeboten.

Diesel-Engagement wankt bei einigen Marken

Bei Fiat Chrysler hatte es zuletzt Spekulationen um einen ähnlichen Abschied vom Dieselmotor gegeben. Einen Bericht der „Financial Times“ wollte das Unternehmen aber nicht kommentieren, demzufolge der Diesel bis zum Jahr 2022 aus all seinen Pkw verbannt werden solle. Der schwedische Autobauer Volvo hatte bereits Mitte 2017 angekündigt, sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt von Fahrzeugen mit reinen Verbrennungsmotoren zu trennen: Von 2019 an werde jedes neue Volvo-Modell einen E-Motor haben, Diesel und Benziner sollen Schritt für Schritt durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden.

Der Chef des PSA-Konzerns (Peugeot, Citroën, Opel), Carlos Tavares, meinte zu den Diesel-Plänen: „Wenn es irgendwann nicht mehr genug Kunden gibt, die einen Diesel wollen, stoppen wir den Diesel. Aber das kommt auf die Kunden an.“

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