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Toyota stellt fast 24.000 Hybrid-Patente gebührenfrei zur Verfügung

Autor: Christoph Seyerlein

Toyota möchte nach eigenen Angaben anderen Unternehmen und der Gesellschaft helfen, ihre Klimaziele zu erreichen und gibt deswegen zahlreiche Patente frei. Ein Medienbericht spekuliert allerdings über andere Absichten hinter der Aktion.

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Toyota gilt als Hybrid-Vorreiter.
Toyota gilt als Hybrid-Vorreiter.
(Bild: Toyota)

Toyota teilt sein Hybrid-Wissen künftig mit der gesamten Branche. Wie der Hersteller mitteilte, will er 23.740 Patente „aus mehr als 20 Jahren Hybridtechnik-Entwicklung“ ab sofort bis Ende 2030 gebührenfrei zur Verfügung stellen. Darüber hinaus bieten die Japaner anderen Autobauern eine kostenpflichtige technische Unterstützung bei Entwicklung und Verkauf elektrifizierter Fahrzeuge an, wenn diese Motoren, Batterien, Steuergeräte und andere Komponenten von Toyota für ihre eigenen Antriebe nutzen.

Nach eigenen Angaben will der Hersteller so „die Elektrifizierung der Mobilität beschleunigen und Regierungen, Autoherstellern und der Gesellschaft insgesamt dabei helfen, ihre Ziele im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu erreichen.“ Die „FAZ“ hingegen mutmaßt, dass Toyota mit der Maßnahme den Hybrid wieder stärker in den Fokus rücken will, nachdem zuletzt von Vielen das reine Elektroauto zunehmend als Fahrzeug der Zukunft auserkoren wurde. Seit Einführung des Prius im Jahr 1997 hat Toyota weltweit mehr als 13 Millionen Hybridfahrzeuge verkauft.

Shigeki Terashi, Vorstandsmitglied und Executive Vice President der Toyota Motor Corporation, sagte am Mittwoch: „Die Zeit der Zusammenarbeit ist gekommen.“ Toyota erhalte „sehr viele Anfragen“ zu seiner Technik. „Wenn die Zahl der elektrifizierten Fahrzeuge in den nächsten zehn Jahren deutlich steigt, dann werden sie zum Standard. Diesen Prozess wollen wir unterstützen“, so Terashi.

Bei den Patenten handelt es sich um Technik, die dazu beigetragen hat, die Leistung der Antriebstechnik zu verbessern, ihre Größe zu verringern und die Kosten zu senken. Dabei geht es vor allem um Kerntechnologien wie Elektromotoren, Steuergeräte und Systemsteuerungen, die in verschiedenen elektrifizierten Antriebssystemen – etwa in Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeugen – zum Einsatz kommen.

„Technik-Teilen“ wird zum Trend

Bereits seit Januar 2015 stellt Toyota 5.680 Patente zur Antriebstechnik von Brennstoffzellenfahrzeugen zur Verfügung. Nun fügt das Unternehmen rund 2.590 Patente zu Elektromotoren, 2.020 Patente zu Steuergeräten, 7.550 Patente zu Systemsteuerungen, 1.320 Motor-Transaxle-Patente, 2.200 Patente zu Ladegeräten sowie 2.380 Brennstoffzellen-Patente hinzu (die Zahl der Brennstoffzellen-Patente steigt damit auf 8.060).

In der Vergangenheit haben auch andere Hersteller bereits Patente freigegeben, beispielsweise Tesla. Aktuell bietet Volkswagen seinen modularen Elektro-Baukasten (MEB) auch anderen Anbietern an, um diesen „zum Industriestandard“ bei der Elektrifizierung zu machen. Gebührenfrei geschieht das allerdings nicht.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«