Toyota Yaris schafft in verschärftem NCAP-Test fünf Sterne

Autor: Andreas Grimm

Obwohl nur ein Kleinwagen, bietet der Toyota Yaris den Insassen viel Sicherheit. In einem aktuellen Euro-NCAP-Test schnitt das Auto trotz der ab 2021 gültigen härteren Kriterien die höchste Wertung.

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Seitenaufprall vom Feinsten: Die Airbag-Struktur im neuen Yaris schützt die Insassen und bringt dem Toyota-Kleinwagen die maximale Sterne-Zahl.
Seitenaufprall vom Feinsten: Die Airbag-Struktur im neuen Yaris schützt die Insassen und bringt dem Toyota-Kleinwagen die maximale Sterne-Zahl.
(Bild: Euro-NCAP)

Das Euro-NCAP-System ist für Hersteller ein bisschen fies: Nach außen schafft das System mit fünf Sternen als Maximalwertung eine objektive Vergleichbarkeit der Sicherheit von Fahrzeugen. Doch um die fünf Sterne zu schaffen, müssen sich die Ingenieure quasi jährlich mehr anstrengen, da das Test-Verfahren ständig weiterentwickelt und um neue Prüfungen erweitert wird. So ist e auch jetzt wieder geschehen. Der Euro-NCAP-Crash simuliert künftig auch Zusammenstöße, die typischerweise auf der Landstraße passieren.

Dass sich die Autobauer darauf einlassen, zeigt ganz aktuell der Toyota Yaris. Der Kleinwagen wurde schon mal unter den neuen Regularien des Jahres 2021 in den Crashtest geschickt – und erzielte die Bestnote von fünf Sternen. Die Tester loben, dass der Yaris aufgrund seiner Größe und seiner Vorderwagen-Konstruktion kein aggressiver Crashpartner ist.

Der Hintergrund: Im neuen Prüfverfahren kracht das Testfahrzeug nicht mehr gegen eine stehende, sondern auf eine rollende Barriere. „Testfahrzeug und Barriere bewegen sich mit jeweils 50 km/h aufeinander zu und treffen sich seitlich versetzt auf der halben Breite des Testfahrzeugs“, beschreibt der ADAC die Testanordnung, auf dessen Initiative die aktuelle Erweiterung des NCAP-Tests zurückgeht. Die Barriere im Crashtest sei deformierbar und zeige dabei auch, wie tief sich Frontelemente des Testwagens in ein entgegenkommendes Fahrzeug bohren.

Höhere Anforderungen gibt es ferner beim Seitencrash, wo nun zusätzlich das Verletzungsrisiko des Insassen auf der crash-abgewandten Seite erfasst wird. Sprich eine mögliche Berührung zwischen Fahrer und Beifahrer gibt Abzüge. Der Yaris verfügt aber über einen Center-Airbag, der sich zwischen den Vordersitzen öffnet und so beide schützt.

„Sicherheit darf keine Frage der Größe des Portemonnaies sein“

Beim Insassenschutz fließt nun unter anderem die Bewertung des automatischen Notrufs „E-Call“ in das Ergebnis ein sowie die Aufmerksamkeits-, Fußgänger-Notbrems- und Kreuzungsassistenten.

„Hersteller sind aufgefordert, alle Sicherheitsassistenten einfach und intuitiv bedienbar zu gestalten. Sicherheit darf außerdem keine Frage der Größe des Portemonnaies sein: Optionale Sicherheitsausstattung sollte serienmäßig verfügbar sein“, schreibt dazu der ADAC. Verbrauchern empfiehlt der Club, beim Autokauf auf die Bewertungen von Euro NCAP zu achten und beim Neuwagenkauf auch optionale Sicherheitspakete auszuwählen.

Getestet wird beim Crash künftig mit einem so genannten „THOR-Dummy“ (Test Device for Human Occupant Restraint) auf dem Fahrersitz. Der verfügt über eine verfeinerte Sensorik und bewegt sich noch ähnlicher einem echten menschlichen Körper als bisherige Dummies. Der THOR-Dummy wurde beim ADAC erstmals 2017 eingesetzt und kann Verletzungsrisiken für Fahrzeuginsassen noch besser erfassen.

5 Sterne für Audi und Renault

Getestet wurden zudem zwei Derivate bereits zertifizierter Fahrzeuge. So teilt nun offiziell auch die E-tron Sportback-Variante von Audi die Fünf-Sterne-Bewertung, die 2019 das Grundmodell bekommen hatte. Gleiches gilt für die Hybridvariante des Renault Clio, die nun ebenfalls in der 5-Sterne-Liste des Jahres 2019 steht.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«