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Transformationsprozess bringt Volvo nach vorn

| Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

Der schwedische Autobauer strafft die Variantenvielfalt. Künftig gibt es weniger Auswahl an Motoren und Getriebe, dafür wird das Modellangebot bis 2017 optisch komplett überarbeitet.

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(Foto: Volvo)

Weltweit hat die Volvo Car Group im vergangenen Jahr 427.840 Neuwagen verkauft. Deutschland war daran mit 27.510 Einheiten beteiligt, was einen bundesweiten Marktanteil von 0,9 Prozent bedeutete. Die gefragtesten Modelle hierzulande waren der XC60 (30 Prozent aller Verkäufe), V40/V40 Cross Country (25 Prozent) sowie V60 (14 Prozent).

Das Absatzergebnis der Marke blieb damit in Deutschland hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. Pressesprecher Olaf Meidt begründete dies im Rahmen einer Presseveranstaltung unter anderem mit dem Auslauf der Modellreihen C70 und C30 sowie der nicht ausreichenden Bekanntheit des V40. Für dieses Jahr peilt der Importeur einen Marktanteil von einem Prozent und damit rund 30.000 Neuzulassungen an.

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Dieses Ziel geht Volvo Cars Germany mit neuem Führungspersonal an. Zum 1. Februar hat Thomas Bauch als Geschäftsführer Bernhard Bauer abgelöst, neuer Vertriebsleiter ist zudem Ralph Kranz.

Für 2014 seien die Vorzeichen besser, da im Januar bereits eine erste TV-Werbekampagne für die Modellreihe gelaufen sei. Schließlich liege der Absatzfokus in den kommenden Monaten bei V40 und V40 Cross Country sowie dem Kombi V60. Erfreulich sei zudem die hohe Kundenzufriedenheit, die Qualifizierung des Händlernetzes scheine Früchte zu tragen, so Meidt.

Er geht zudem von weiterhin stabilen XC60-Verkäufen aus. Dem deutschen Importeur stünden in diesem Jahr außerdem 600 V60-Plug-in-Diesel-Hybrid-Fahrzeuge zu Verfügung. Ein weiterer Vorteil für Volvo sei, dass über alle Modellreihen hinweg 50 Prozent der Kunden Gewerbekunden, die andere Hälfte Privatkunden seien. Und über sämtliche Kundenzielgruppen hinweg entscheiden sich 30 Prozent für ein Allradmodell, 45 Prozent für ein XC-Modell und 92 Prozent für einen Dieselmotor.

Die Zukunft für das zum chinesischen Autobauer Geely gehörenden Fabrikat bezeichnet Meidt als sehr positiv. Volvo habe das vergangene Jahr profitabel abgeschlossen, „das hilft uns, die Marke weiter nach vorne zu bringen.“ 2017 sollen alle Produktprojekte des Transformationsprozesses abgeschlossen sein. Unter anderem sieht dieser Prozess die deutliche Reduzierung von Aggregaten vor. So soll es am Ende keine acht Motoren, sondern nur noch zwei Grundmotoren geben.

Überarbeitetes und reduziertes Motorenangebot

Die Drive-E genannten Motoren bestehen dann alle aus einem identischen Motorblock mit vier Zylindern und 2,0 Liter Hubraum. Das Leistungsspektrum soll beim Diesel von 88 kW / 120 PS bis 165 kW / 225 PS und beim Benziner von 103 kW / 140 PS bis 225 kW / 306 PS reichen. Ab sofort stehen die neuen Drive-Aggregate bereits in den Modellen Volvo S60, Volvo V60, Volvo XC60, Volvo V70, Volvo XC70 und Volvo S80 zur Verfügung, für die kleineren Modelle soll die neue Motorentechnologie in den nächsten Jahren folgen.

Aber nicht nur die Motorenanzahl will Volvo reduzieren. Selbiges gilt für die Getriebe. Heute stehen insgesamt acht Typen parat, künftig gibt es noch zwei Achtgang-Automatikgetriebe sowie zwei Sechsgang-Schaltgetriebe.

Volvo Pressesprecher Olaf Meidt blickt optimistisch in die Zukunft. Auf dem Genfer Autosalon wird der Hersteller ein neues Modell zeigen, dass nicht nur das Volvo-Design der Zukunft zeigt, sondern ein völlig neuartiges Interieur-Konzept präsentieren wird. Die Volvo-typische freistehende Mittelkonsole ist dann Geschichte, sie muss einem großen Touchpad Platz machen. Die Design-Zukunft hatte Volvo bereits mit der Studie Volvo Concept XC Coupé eingeläutet. Im Frühjahr 2015 soll zudem der neue XC 90 kommen und auf den in die Jahre gekommenen S80 dürfte anschließend ein S90 folgen.

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