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Traton steigert Umsatz und Gewinn

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Die Lkw-Sparte des Volkswagenkonzerns hat im vergangenen Jahr ihrer Gründung gute Geschäfte gemacht. Trotz verbesserter betriebswirtschaftlicher Eckdaten hat der Konzern aber den Börsengang der Sparte verschoben.

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(Bild: Traton)

Die VW-Sparte für schwere Nutzfahrzeuge hat im Geschäftsjahr 2018 Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert. Der Umsatz der Traton SE, in der die Marken MAN, Scania und die brasilianische Caminhões e Ônibus zusammengefasst sind, legte über alle Marken hinweg um 6 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um etwa 13 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro, wie der Hersteller mitteilte Damit verbesserte sich die operative Rendite von 6 Prozent im Jahr 2017 auf zuletzt 6,4 Prozent.

Gleichzeitig hat sich Traton seine Bilanzen neu aufgestellt. Sie gliedern sich in die Segmente „Industrial Business“ und „Financial Services“. Ersteres fasst das operative Geschäft der Lkw- und Bus-Marken zusammen. In Summe erreichte dieses Segment 2018 bei einem Umsatz von 25,0 Milliarden Euro (Vorjahr: 23,4 Milliarden Euro) ein bereinigtes operatives Ergebnis von 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,3 Milliarden Euro). Das Segment Financial Services erzielte 2018 ein operatives Ergebnis von 138 Millionen Euro (Vorjahr: 111 Millionen Euro) und einen Umsatz von 760 Millionen Euro (Vorjahr: 721 Millionen Euro).

Alle drei Marken von Traton haben 2018 starke Ergebnisse erzielt. Der Umsatz von MAN Truck & Bus legte um 8 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zu. Der Überschuss kletterte um 13 Prozent auf 540 Millionen Euro. Um auch in Zukunft profitabel wachsen zu können, soll die Sparte im laufenden Jahr allerdings weiter sparen.

Der Umsatz von Scania Vehicles & Services erreichte mit rund 13 Milliarden Euro erneut ein Wachstum von über 4 Prozent. Das operative Ergebnis legte, beeinträchtigt von Zusatzkosten der Einführung der neuen Lkw Generation, um 3 Prozent zu und erreichte 1,2 Milliarden Euro.

Nach einem konjunkturschwächeren Jahr 2017 in Brasilien stiegen die Umsätze der operativen Einheit Volkswagen Caminhões e Ônibus im vergangenen Jahr dagegen um rund 22 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis von Volkswagen Caminhões e Ônibus war erstmals nach der konjunkturellen Krise in Brasilien wieder positiv und stieg auf 28 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr erwartet die Traton SE einen leichten Umsatzanstieg, „getragen von einem positiven Absatzvolumen und einem proportionalen Anstieg des Umsatzes mit Aftermarket-Dienstleistungen“. Dieser soll getragen werden von steigenden Verkäufen des Leicht-Lkw TGE, von der weiteren wirtschaftlichen Erholung in Brasilien und der Vermeidung neuerlicher Lieferprobleme bei Scania.

Börsengang vorerst geplatzt

Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung hat Volkswagen den geplanten Börsengang der Lkw-Sparte gestoppt. Man habe „beschlossen, im gegenwärtigen Marktumfeld bis auf Weiteres davon Abstand zu nehmen, einen Börsengang der Traton SE weiter vorzubereiten“, teilte das Unternehmen mit. Es handelt sich allerdings nicht um eine endgültige Absage: „Der Vorstand strebt einen Börsengang der Traton SE bei einem besseren Marktumfeld unverändert an“, heißt es weiter.

Gemeinhin war mit einem baldigen Gang an die Börse gerechnet worden. VW könnte früheren Medienberichten zufolge bis zu einem Viertel von Traton an die Börse bringen und damit rund 6 Milliarden Euro erlösen können.

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