Glinicke-Gruppe Trauer um Seniorchef Peter Glinicke

Autor Andreas Grimm

Über fünf Jahrzehnte hat Peter Glinicke die Geschicke des Familienunternehmens geprägt und Glinicke zu einem der größten Autohändler Deutschlands ausgebaut. Nun ist er im Alter von 88 Jahren verstorben.

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Peter Glinicke, jahrzehntelang Lenker der Autohausgruppe Glinicke aus Kassel, ist im Alter von 88 Jahren verstorben.
Peter Glinicke, jahrzehntelang Lenker der Autohausgruppe Glinicke aus Kassel, ist im Alter von 88 Jahren verstorben.
(Bild: Glinicke-Gruppe)

Die Kasseler Glinicke-Gruppe trauert um ihren Seniorchef Peter Glinicke. Der Autohaus-Unternehmer, der den väterlichen VW-Betrieb von 1968 an zu einem der größten Mehrmarken-Autohausgruppen in Deutschland ausbaute, ist am 13. Oktober im Alter von 88 Jahren verstorben. Peter Glinicke stand fast 50 Jahre lang – bis ins Jahr 2015 – an der Spitze des noch immer familiengeführten Unternehmens. Von 2004 bis 2015 teilte er sich die Führungsaufgaben mit Sohn Frank Florian.

Als Unternehmer führte er durch Vorbild: Erster morgens im Büro zu sein, war sein Grundsatz. Diesem folgte Peter Glinicke bis zum Schluss – und regelmäßig bestätigen die Mitarbeiter, dass er seine eigene Vorgabe konsequent umsetzte. Gleichzeitig hatte er die inzwischen 1.700 Mitarbeiter der Gruppe an 26 Standorten im Blick. „Autos sind unser Geschäft. Erfolg hat aber nur, wer die Menschen in den Mittelpunkt seines Schaffens stellt“, sagte er anlässlich des 90-jährigen Bestehens des 1930 gegründeten Unternehmens.

1957 war Peter Glinicke an der Seite des Vaters nach einer Ausbildung als Kraftfahrzeugmechaniker, einem Jahrespraktikum bei der Commerzbank und einer kaufmännischen Ausbildung in das Unternehmen eingetreten. Nach dem Tod des Vaters übernimmt er die alleinige Geschäftsführung, er baut, nimmt neue Marken hinzu, investiert in Servicequalität, Kundenwohl und Mitarbeiterzufriedenheit, errichtet moderne Gebäude und erarbeitet neue Konzepte.

Mit dem Bau eines Einkaufszentrums neben dem Autohaus schafft er sich seinen eigenen Frequenzbringer. Das Konzept setzt er nach dem Mauerfall im nun vereinten Deutschland weiter um. Bereits 1990 entsteht ein Glinicke-Autohaus in Erfurt. „Wir verlieren mit meinem Vater einen wichtigen Ratgeber und Visionär. Seine Weitsicht und sein unternehmerisches Denken haben die Glinicke-Gruppe zu ihrer heutigen Größe geführt“, bilanziert Frank Florian Glinicke das unternehmerische Lebenswerk des Vaters.

Keine Frage: Autos waren für Peter Glinicke mehr als nur ein Geschäft, sie waren seine Leidenschaft. Zuletzt manifestierte sich diese Leidenschaft in der Sparte Glinicke Classic Cars und damit dem Oldtimergeschäft. Das Interesse, Altes zu bewahren, sprang auch auf ein Projekt über, das mit Autos nichts zu tun hatte: Die Restaurierung des Messinghofes, einer geschichtsträchtigen Metall-Manufaktur am Rande der Stadt Kassel. Heute ist das in sieben Jahren restaurierte Anwesen ein Veranstaltungsort und, wie es der Preisträger „Unternehmer des Jahres“ formulierte, „ein Geschenk an die Menschen der Stadt Kassel“.

Peter Glinicke hinterlässt seine Ehefrau, den Sohn und Nachfolger im Unternehmen Frank Florian Glinicke, drei Töchter sowie neun Enkelkinder und ein Urenkelkind.

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