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Tropos startet E-Transporter-Produktion im Ruhrgebiet

| Autor / Redakteur: ampnet / Andreas Grimm

Die Produktion von Fahrzeugen hat noch immer ihren Reiz. Den neuesten Versuch in Deutschland startet ein weiteres Unternehmen aus Kalifornien. So glamourös wie die Tesla-Story wird die Tropos-Produktion in Herne aber nicht.

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Marktstart in Deutschland: Tropos Motor Europe produziert in Herne elektrifizierte leichte Nutzfahrzeuge.
Marktstart in Deutschland: Tropos Motor Europe produziert in Herne elektrifizierte leichte Nutzfahrzeuge.
(Bild: Tropos)

Die geplante Eröffnungsfeier musste wegen der Corona-Krise abgesagt werden, und deshalb hat sich die Rückkehr der Automobilindustrie in das Ruhrgebiet von der Öffentlichkeit weitgehend unbeobachtet abgespielt. In Herne, bisher vor allem bei Fußball-Nostalgikern für die einstige Regionalligamannschaft Westfalia Herne bekannt, hat Tropos Motors Europe (TME) jetzt mit der Produktion von elektrisch angetriebenen kompakten Transportern begonnen.

Nach dem Ende der Opel-Produktion in Bochum ist Tropos nun der erste Fahrzeughersteller, der wieder im Ruhrgebiet produziert. In dem neuen Werk auf dem ehemaligen Gelände des Baukonzerns Heitkamp sollen künftig bis zu 3.000 kompakte Elektro-Transporter pro Jahr entstehen. TME ist der europäische Ableger des kalifornischen Herstellers Tropos Motors, der sich auf elektrisch angetriebene Transporter spezialisiert hat. Die Produktion übernimmt in Herne das Logistikunternehmen Mosolf.

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Auch wenn die Stückzahlen noch überschaubar sind, herrscht bei den Kommunalpolitikern in Herne durchaus eine gewisse Euphorie. „Wir holen die Automobilproduktion ins Ruhrgebiet zurück. Tropos ist ein Juwel, es hat etwas von einem Comeback der Region. Mit der E-Mobilität widmen wir uns einem Zukunftsthema“, hatte ein begeisterter Herner Oberbürgermeister Frank Dudda bereits anlässlich der Vorstellung der Neuansiedlung im vergangenen Jahr gesagt.

In Herne produziert TME aktuell zwei Modelle: den Tropos Able ST mit Bleiakku (netto 18.000 Euro) und den Tropos Able XR mit der zeitgemäßeren Lithiumionen-Batterie (netto 24.000 Euro). Die Reichweiten liegen, verspricht der Hersteller, bei 80 Kilometern für den Able und 105 bis 260 Kilometern für das XR-Modell. Ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen die beiden E-Transporter bei 40 km/h.

Zur Ausstattung des Topmodells gehören unter anderem ein Multifunktion-Bildschirm mit Radio und USB-Anschluss sowie Bluetooth-Freisprechanlage, Berganfahrhilfe, Servolenkung, Rückfahrkamera, Zentralverriegelung und Klimaanlage. Über die gegen Aufpreis lieferbare Data-Box lässt sich der Kompakt-Transporter vernetzen, sodass Daten wie Ladestand der Batterie und Standort jederzeit von der Zentrale abgerufen werden können.

Entwickelt wurden die Transporter vor allem für Lieferdienste, Paketverteiler und Handwerksbetriebe, die ihre Dienste in innerstädtischen Bereichen anbieten. Aber auch kommunale und landwirtschaftliche Betriebe sowie die Gastronomie stehen auf der Zielgruppenliste des Vertriebs. „Wir sehen ein enormes Potenzial für nachhaltige und ökonomisch sinnvolle Transportmöglichkeiten gerade auf der letzten Meile und auf Betriebsgeländen. Hier sind flexible und umweltfreundliche Transporter gefordert, um CO2-neutrale Verkehre zu ermöglichen und die Lärmemissionen zu reduzieren“, sagt der Chef der Mosolf-Gruppe, Jörg Mosolf.

Der Transporter kommt mit einer Länge von 3,70 und einer Breite von 1,40 Metern sowie einem Wendekreis von gerade mal 3,96 Metern auf die Straße. An einer haushaltsüblichen Steckdose vergehen acht Stunden, bis die Energiespeicher wieder aufgeladen sind. Dementsprechend lassen sich, meint Tropos, die Kosten für eine Wallbox einsparen. Die Ladefläche ist nach TME-Angaben eine der größten in dieser Klasse und kann mit zwei Europaletten beladen werden. Die Nutzlast liegt bei maximal 565 Kilogramm. Dank des von Tropos entwickelten Systems „Easy Swap“ lassen sich auf der Ladefläche verschiedene Aufbauten für unterschiedliche Transportaufgaben montieren.

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