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Trotz Corona: Werkstattportale verzeichnen kaum Rückgänge

Autor: Jan Rosenow

Der Trend zur Digitalisierung zeigt sich auch in den Zugriffszahlen der Auftragsvermittler. Sie bleiben trotz der Krise stabil – wenn auch nicht bei allen Portalen.

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Werkstattportale helfen Kfz-Betrieben, vom Kunden gefunden zu werden.
Werkstattportale helfen Kfz-Betrieben, vom Kunden gefunden zu werden.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Die Corona-Krise legt nicht nur den Autohandel nahezu lahm, sondern wirkt sich auch sehr stark auf das Werkstattgeschäft in den Kfz-Betrieben aus. In einer Umfrage der Werkstatt-App Fabucar gaben rund ein Drittel der Befragten an, dass bei ihnen der Umsatz um mehr als 50 Prozent zurückgegangen sei. Auch im Partnernetz von Volkswagen sind die Aufträge um zwei Drittel eingebrochen.

Vor diesem Hintergrund kann es schon als Erfolg gelten, dass zumindest die Werkstattportale Autobutler.de, Autoreparaturen.de und Reifen-vor-Ort.de stabile Zugriffszahlen melden. Offenbar zeigt sich auch hier, dass viele Kunden angesichts der geforderten Kontakteinschränkungen auf digitalen Kommunikationskanälen unterwegs sind.

„Kein spürbarer Rückgang der Kundenaktivität“

Ein Sprecher des E-Commerce-Unternehmens Saitow sagte »kfz-betrieb«: „Bei unseren B2C-Angeboten wie Autoreparaturen.de und Reifen-vor-Ort.de registrieren wir trotz der allgemeinen Situation keinen Rückgang der Kundenaktivität. Sicherlich spielen hier verschiedene Ursachen eine Rolle: Potenzielle Kunden haben im Homeoffice Zeit, um Onlineangebote besser zu recherchieren. Zudem erhofft man sich, per Internet einen preislichen Vorteil zu bekommen. Und schließlich erfährt man auf diesem Weg, welche Werkstatt geöffnet ist und wann eine benötigte Dienstleistung ausgeführt werden kann. Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Phase dem Servicegeschäft per Internet zusätzliche Impulse für die Zukunft geben wird.“

Ähnlich äußert sich Heiko Otto, Geschäftsführer von Autobutler.de: „Wir haben schon im letzten Jahr ein generelles Wachstum an Onlineaufträgen gesehen. Die Krise hat einen zusätzlichen Antrieb in diese Entwicklung gebracht, da mehr und mehr Kunden sich dafür entscheiden, online nach einer passenden Werkstatt zu suchen.” Jetzt zeige sich immer deutlicher der Unterschied zwischen Werkstätten, die digital sind und Kunden online betreuen können und denen, die das nicht können oder wollen.

Viele Kunden informieren sich, schieben den Werkstattbesuch aber auf

Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei dem Portal Fairgarage.de, das von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) betrieben wird. Nach DAT-Angaben verzeichnete Fairgarage.de bereits im Februar ein Besucherminus in der Größenordnung von mehr als zehn Prozent und im März von 30 Prozent. Der Rückgang der Zugriffe sei aber prozentual deutlich sanfter als der gemeldete Rückgang des Servicegeschäfts. „Wir gehen davon aus, dass sich die Kunden langfristig informieren, aber den Werkstattbesuch derzeit aufschieben“, heißt es bei dem Unternehmen.

Gerade für Betriebe ohne oder mit veralteter eigener Homepage bietet eine Präsenz auf Werkstattportalen eine einfache Möglichkeit, ihre Auffindbarkeit im Internet zu verbessern, Angebote zu machen und Termine zu vereinbaren. Allerdings verlangen die meisten Anbieter eine Beteiligung am über das Portal vermittelten Umsatz.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group