Färöer-Inseln Tunnel mit Unterwasser-Kreisverkehr öffnet

Autor / Redakteur: dpa/vh / Viktoria Hahn

Für deutsche Färöer-Touristen dürften einige Autofahrten im kommenden Jahr ganz besondere werden. Der neu gebaute unter Wasser liegende Skálafjordtunnel verbindet nämlich nicht nur die beiden größten Inseln der Färöer. Er bietet außerdem einen kunstvoll beleuchteten Kreisel im Zentrum des Tunnelnetzes.

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Der Kreisverkehr im unter Wasser verlaufenden Skálafjordtunnel.
Der Kreisverkehr im unter Wasser verlaufenden Skálafjordtunnel.
(Bild: Deutsch-Färöischer Freundeskreis e.V.)

Auf den Färöer-Inseln eröffnet ein kilometerlanger Unterwassertunnel mit einem unterirdischen Kreisverkehr. Nach letzten Sicherheitstests soll der insgesamt mehr als zehn Kilometer lange Tunnel zwischen der Hauptstadt Tórshavn und der Insel Eysturoy am Samstag für den Verkehr freigegeben werden. Dazu ist um 12 Uhr eine feierliche Eröffnungszeremonie mit Finanzminister Jørgen Niclasen geplant, wie der Leiter der zuständigen Baufirma, Teitur Samuelsen, vorab der Deutschen Presse-Agentur in Skandinavien sagte.

Für deutsche Färöer-Urlauber dürfte besonders der unterseeische Kreisel im Zentrum des Tunnelnetzes ein Erlebnis werden: Der vom färingischen Künstler Tróndur Patursson entworfene und von Architekt Eydun Eliasen umgesetzte Kreisverkehr wird dauerhaft von mehreren Farben angeleuchtet. Er besteht aus natürlichem Gestein.

Mit Hilfe des mautpflichtigen Tunnels soll die Fahrtzeit zwischen Tórshavn und den Orten Runavík und Strendur von 64 auf 16 Minuten verkürzt werden. Nach Klaksvík – die zweitgrößte Stadt auf den Färöer-Inseln – soll man künftig in 36 statt in 68 Minuten kommen.

Schuldendrama Unterwassertunnel

Neben den Vorteilen, die der neue Tunnel mit sich bringen soll, werden jedoch auch kritische Stimmen laut: So befürchtet laut einer Mitteilung des Deutsch-Färöischen Freundeskreis e.V. Sigurd Poulsen, Vorsitzender der färöischen Landesbank, dass der Bau zu rund einer Milliarde Kronen (rund 134 Millionen Euro) neuen Schulden führe. Damit werde laut Poulsen die Kreditwürdigkeit der Aktiengesellschaften beeinträchtigt, die bereits zwei weitere färöische Tunnel betreiben. Seitdem steht die Finanzierung des Tunnels unter dem Skálafjørður in den Sternen.

Die Färöer-Inseln mit ihren gut 50.000 Einwohnern und spektakulären Landschaften liegen im Nordatlantik etwa 500 Kilometer südöstlich von Island. Sie sind weitgehend autonom, gehören politisch aber zum Königreich Dänemark.

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