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Turbolader: Schlechte Qualität führt zu Leistungsmangel

| Autor: Jan Rosenow

Laut einer Untersuchung von Garrett sinkt das Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich deutlich, während der Verbrauch ansteigt. Turboladerspezialist Motair betont deshalb: Immer original.

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Moderne Turbolader wie dieser Garrett für den 1,5-Liter-TSI von VW sind exakt auf ihren Einsatzfall abgestimmt.
Moderne Turbolader wie dieser Garrett für den 1,5-Liter-TSI von VW sind exakt auf ihren Einsatzfall abgestimmt.
(Bild: Garrett)

Turbolader sind komplexe und deshalb teure Ersatzteile und sie gehen oft erst bei hohen Laufleistungen kaputt, wenn die Zahlungsbereitschaft der Kunden nicht mehr so stark ausgeprägt ist. Deshalb sind offenbar viele Autobesitzer an preisgünstigen Nachbau-Turboladern interessiert – und sie finden offenbar auch Werkstätten, die ihnen diese einbauen.

Der Turboladerlieferant Motair warnt vor solchen Ersatzteilen mit einem Hinweis auf deren mangelhafte Qualität und will nach eigenen Angaben auch künftig ausschließlich neue oder industriell aufgearbeitete Produkte namhafter Hersteller anbieten. Das Kölner Unternehmen agiert als autorisierter Vertreter der Marken Garrett, Borg-Warner, Mitsubishi, Holset sowie Continental. Unter der Marke Motair Reco bieten die Kölner Fachleute industriell wiederaufbereitete Turbolader an, die überwiegend als Werks-Tauschlader von den Original-Serienherstellern kommen. Sie sind etwa ein Viertel günstiger als Neuteile.

Billigteile können teure Folgeschäden verursachen

Nach Auskunft von Motair-Geschäftsführer Andreas Solibieda werden im Markt derzeit vermehrt asiatische Kopien angeboten, die nicht homologiert sind. „Neben technischen Defekten riskiert man damit auch Probleme bei der Abgasuntersuchung und den Verlust der ABE des Fahrzeugs“, warnt Solibieda. Wenn ein Turbolader aus billigen Materialien bestehe, die den Anforderungen im Motor nicht entsprechen, können nicht nur der Lader, sondern auch andere Motorkomponenten Schaden nehmen und hohe Folgekosten für die Werkstatt entstehen.

Doch selbst wenn kein direkter Schaden eintritt, ist die Zufriedenheit des Kunden nicht automatisch sichergestellt. Denn nach Untersuchungen von Garrett können Nachbau-Turbolader den Drehmomentverlauf, die Schadstoffemissionen und den Kraftstoffverbrauch negativ beeinflussen.

In modernen Motoren sind die einzelnen Komponenten extrem exakt aufeinander abgestimmt, sodass eine Änderung im System große Auswirkungen haben kann. In Praxis- und Labortests ermittelte die technische Prüforganisation Millbrooks im Auftrag von Garrett, dass das Drehmoment des Prüfmotors im niedrigen Drehzahlbereich um 15 bis 40 Prozent sank, wenn nachgebaute Turbolader eingebaut wurden. Die Stickoxid-Emissionen stiegen zwischen 8 und 28 Prozent an, der Verbrauch um bis zu 3 Prozent.

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 Jan Rosenow

Jan Rosenow

, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE