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UBA: Stickoxid-Belastung ist 2018 generell gesunken

| Autor: Jan Rosenow

Die Luftqualität in Deutschland verbessert sich weiter. Vier Städte konnten 2018 beim Stickoxid Entwarnung melden – allerdings rutschten auch zwei Kommunen neu auf die Liste der Grenzwertüberschreiter.

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Die Messstation am Stuttgarter Neckartor meldet auch 2018 zu oft viel zu hohe NO2-Werte.
Die Messstation am Stuttgarter Neckartor meldet auch 2018 zu oft viel zu hohe NO2-Werte.
(Bild: Bosch)

Das Umweltbundesamt hat eine vorläufige Auswertung zur Luftqualität in Deutschland veröffentlicht. Auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen, lässt sich sagen, dass die Stickoxid-Belastung im Mittel erneut zurückgegangen ist – wenn auch nur leicht. An 39 Prozent der verkehrsnahen Stationen wurden laut UBA noch Überschreitungen festgestellt – 2017 waren es noch 45 Prozent.

In bisher 35 Städten wurde der EU-Grenzwert für gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid (NO2) im vergangenen Jahr erneut überschritten, teilte das UBA mit. Allerdings sind bei weitem noch nicht alle Messstationen ausgewertet. Daten, die händisch ausgewertet werden müssen, stehen erst im Mai 2019 zur Verfügung. Dann kann sich die Liste der Grenzwertüberschreiter noch einmal ändern. Entsprechend schwer fällt ein Vergleich zu 2017. Damals lag die NO2-Belastung in 65 Städten über dem Grenzwert.

Städte-Ranking: Liste der höchsten 2018 für den jeweiligen Standort gemessenen NO2-Werte (zum Vergrößern bitte klicken).
Städte-Ranking: Liste der höchsten 2018 für den jeweiligen Standort gemessenen NO2-Werte (zum Vergrößern bitte klicken).
(Bild: UBA)

Trotzdem zeigt sich: Vier dieser 65 Städte haben den Grenzwert 2018 nun eingehalten: Regensburg, Ludwigshafen am Rhein, Solingen und Halle (Saale). Zwei Städte, die 2017 noch knapp im grünen Bereich lagen, überschritten dagegen 2018 knapp den erlaubten Wert: In Leipzig und Koblenz wurden 42 Mikrogramm NO2 gemessen (Zur Städteliste mit den Messwerten (Jahresmittelwerte)).

Gründe für den generellen Rückgang der städtischen NO2-Belastungen sind laut UBA Tempolimits, Verkehrsbeschränkungen, mehr neue Autos, Software-Updates zur besseren Abgasreinigung bei älteren Diesel, aber auch das Wetter. Was wie viel zur Minderung beigetragen hat, lässt sich aus den Messdaten allein aber nicht herauslesen.

Eine bemerkenswerte Verbesserung konnte die Messstation Landshuter Allee in München verbuchen: Hier sank der Messwert im Jahresmittel von 78 auf 66 Mikrogramm. Damit gab die bayerische Landeshauptstadt die rote Laterne zurück nach Stuttgart. Dort, am Neckartor, ging die Belastung nur leicht von 73 auf 71 Mikrogramm zurück. Große Fortschritte wie in München waren aber die Ausnahme. In den meisten Städten änderte sich die Belastung nur um wenige Mikrogramm.

Hierbei muss aber stets beachtet werden, dass dies die Messwerte der verkehrsnah gelegenen Stationen sind und nicht die Durchschnittswerte für die gesamte Stadt. An den im städtischen Hintergrund, also in den Wohngebieten, gelegenen Stationen wird der NO2-Grenzwert deutschlandweit eingehalten.

München misst jetzt selbst

Die Stadt München hat im Jahr 2018 erstmals Stickoxidmessungen in Eigenregie durchgeführt. Zusätzlich zu den fünf Messgeräten des Landesamtes für Umwelt platzierte das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt weitere Einheiten an 20 repräsentativen Standorten.

Die Ergebnisse belegen die sinkende NO2-Belastung in München. An 16 von 20 Standorten wird der gesetzliche Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm eingehalten. Erwartungsgemäß liegen die Werte an den Messstellen in Wohngebieten deutlich unter dem Jahresgrenzwert. An den beiden Messstellen an stark verkehrsbelasteten Straßenabschnitten des Mittleren Rings hingegen ermittelten die städtischen Datensammler 58 bzw. 57 Mikrogramm.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group