Uber rutscht tiefer denn je in die Verlustzone

Minus von fast 1,5 Milliarden Dollar im dritten Quartal

| Autor: Christoph Seyerlein

(Bild: Uber)

Verluste sind bei Uber nichts Neues. Bislang ist es dem Fahrdienstleister nie gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben. Im dritten Quartal hat das umstrittene Unternehmen das eigene Geldverbrennen aber noch einmal auf ein neues Level gehoben. Einige Medien, darunter die Nachrichtenagentur „Reuters“ und die „Financial Times“ berichten mit Verweis auf Insider, dass Uber allein zwischen Juli und September 2017 bei einem Nettoumsatz von rund zwei Milliarden Dollar (+14 %) einen Verlust von 1,46 Milliarden Dollar angehäuft hat.

Im zweiten Quartal hatte das Minus noch bei 1,06 Milliarden Dollar gelegen. Damit zeichnet sich ab, dass Uber den eigenen Jahresverlust von mehr als drei Milliarden Dollar aus 2016 noch einmal übertreffen wird.

Uber war zuletzt immer wieder negativ in den Schlagzeilen gestanden, unter anderem wegen eines Sexismus-Skandals. Im Sommer hatte der schon lange unter Beschuss geratene Gründer Travis Kalanick seinen Chefposten räumen müssen. Seitdem leitet Dara Khosrowshahi bei Uber die Geschicke. Aber auch der ehemalige Expedia-Chef hatte keinen guten Start, musste er doch erst vergangene Woche einräumen, dass Uber den Diebstahl von gut 50 Millionen Kundendaten über ein Jahr lang vertuscht hatte.

Die schlechte Stimmung rund um das Start-up könnte auch die Verhandlungen mit potenziellen Investoren erschweren. Zuletzt brachte sich der japanische Tech-Konzern Softbank in Stellung, um 14 Prozent der Anteile an Uber zu kaufen – und damit zum größten Uber-Investor zu werden. Am Dienstag kamen dann Meldungen auf, dass Softbank den Gesamtwert von Uber bei 48 Milliarden Dollar ansetzt. Andere Bewertungen sehen den Fahrdienstvermittler aber bei rund 68 Milliarden Dollar.

Heißt konkret: Softbank will die zahlreichen Uber-Probleme offenbar dazu nutzen, sich mit einem kräftigen Rabatt beim Start-up einzukaufen. Der Plan der Japaner sieht dabei Berichten zufolge vor, für rund eine Milliarde Anteile direkt bei Uber zu erwerben. Den Rest will sich Softbank bei bisherigen Aktionären holen. Einige von diesen sollen auch bereit sein, zu vergleichsweise niedrigen Preisen zu verkaufen, berichtet die „DPA“.

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