Uber will in Deutschland präsenter werden

Ruhrgebiet, Frankfurt und Hamburg im Visier

| Autor: dpa

(Bild: gemeinfrei / CC0)

Der Taxi-Konkurrent Uber will in Deutschland seine Geschäfte ausweiten. Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler sagte der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ/Samstagausgabe): „Wir sondieren gerade die Märkte und wollen in den nächsten Monaten entscheiden.“ Für Weigler sind neben dem Ruhrgebiet Köln, Frankfurt und Hamburg interessant. In Nordrhein-Westfalen und der Rhein-Ruhr-Region sehe Uber aufgrund der Bevölkerungsdichte viel Potenzial. „Wenn wir Möglichkeiten der Expansion in Deutschland prüfen, steht das Ruhrgebiet weit oben auf unserer Liste“, sagte Weigler. Derzeit ist Uber in Berlin und München verfügbar.

Der Fahrdienst-Vermittler expandiert aber nicht nur in Deutschland sondern ist weltweit aktiv, arbeitet dabei allerdings mit hohen Verlusten. In dieser Hinsicht gibt es nun aber offenbar gute Nachrichten für das Unternehmen: Medienberichten zufolge kann Uber mit einer dringend benötigten Milliarden-Investition des japanischen Technologiekonzerns Softbank rechnen. Am Wochenende hat Uber demnach eine Einigung mit Softbank erzielt, Letztere stehen nun davor, einen Anteil von 14 Prozent zu erwerben. Das berichteten unter anderem das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“. Zum Deal gehöre auch, dass der Einfluss des Mitgründers und langjährigen Chefs Travis Kalanick weiter eingeschränkt werde, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Softbanks „Vision“-Investitionsfonds könnte demnach bis zu zehn Milliarden Dollar in Uber-Anteile stecken. Für rund eine Milliarde Dollar wolle Softbank Aktien direkt bei Uber zu der bisherigen Firmenbewertung von 68 Milliarden Dollar kaufen. Der Rest solle bisherigen Investoren günstiger abgekauft werden.

Als Teil der Vereinbarung soll der frühe Geldgeber Benchmark seine Klage gegen Kalanick zu den Akten legen. Der Uber-Mitbegründer, der im Juni unter Druck der Investoren den Chefsessel räumte, hatte in einem umstrittenen Schritt ohne Rücksprache mit anderen Großaktionären zwei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat ernannt. Er hält rund zehn Prozent an Uber – und wolle seinen Anteil auch behalten.

Softbank investiert mit seinem „Vision“-Fonds zusammen mit anderen Geldgebern rund 100 Milliarden Dollar in Zukunftstechnologien. Der japanische Konzern ist bereits auch bei mehreren Uber-Rivalen in Asien an Bord. Ein zusätzlicher Anreiz für Uber, sich die Finanzspritze der Japaner zu sichern: Softbank-Chef Masayoshi Son ließ durchblicken, dass er das Geld in den Rivalen Lyft stecken könnte, wenn ein Deal mit dem Marktführer nicht zustande kommt.

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