Ersatzteile Überraschend original

Autor: Jan Rosenow

Originalteile gelten als der Goldstandard unter den Ersatzteilen. Doch unter diese Definition fallen auch Produkte, die nichts mit der Erstausrüstung zu tun haben. Und dann gibt es Teile, die sogar besser sein sollen als das Original. Eine Einordnung.

Ölfilter als Volkswagen-Originalteil: Das Ersatzteil im VW-Karton stammt von einem Zulieferer, der es auch unter eigener Marke auf dem Ersatzmarkt verkauft.
Ölfilter als Volkswagen-Originalteil: Das Ersatzteil im VW-Karton stammt von einem Zulieferer, der es auch unter eigener Marke auf dem Ersatzmarkt verkauft.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Viele Autofahrer dürften unter einem Originalteil eine Komponente verstehen, die der Autohersteller selbst gefertigt hat und die nur bei diesem oder seinen Handelspartnern zu beziehen ist. Doch wer sich mit der Definition des Begriffs beschäftigt, der merkt schnell, dass dieser sehr weit gefasst ist – deutlich weiter, als den meisten Werkstattmitarbeitern möglicherweise bewusst ist.

Nach der EU-Verordnung Nr. 461/2010, der sogenannten Aftermarket-GVO, gilt eine Komponente schon dann als Originalteil oder als Originalausrüstung, wenn sie lediglich den Spezifikationen und Produktionsnormen entspricht, die der Fahrzeughersteller (OEM, Original Equipment Manufacturer) vorschreibt. Das heißt: Auch Teilehersteller, die keine Lieferanten für das entsprechende Bauteil im entsprechenden Auto sind, dürfen ihre Komponenten als „Originalteile“ bezeichnen, wenn sie diese exakt nach den Vorschriften des OEM fertigen.

Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group