Elektromobilität Umfassende Kundenberatung steigert Kaufbereitschaft

Autor: Andreas Grimm

Die Zahl der Elektroauto-Modelle steigt, die Zulassungszahlen auch. Dennoch herrscht bei den Kunden noch viel Unsicherheit – oft aus Unwissenheit. Mit einem weitgreifenden Beratungsansatz könnten Händler laut einer Befragung bei den Interessenten punkten.

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Darfs ein bisschen mehr als nur Verkaufsgespräch sein? Mit umfassender Beratung zur E-Mobilität könnten Händler im Kampf um Kunden im E-Auto-Geschäft punkten.
Darfs ein bisschen mehr als nur Verkaufsgespräch sein? Mit umfassender Beratung zur E-Mobilität könnten Händler im Kampf um Kunden im E-Auto-Geschäft punkten.
(Bild: Bosch)

Spätestens mit der Entscheidung der EU zur radikalen Senkung des CO2-Ausstoßes von Neuwagen wird der E-Motor mit hoher Wahrscheinlichkeit zur vorherrschenden Antriebsart werden. Damit ist der Autohandel gefordert, seine Beratungsleistung zu verändern. Schon heute gibt die Hälfte der Befragten (50,9 Prozent) einer Befragung im Auftrag von Euronics an, dass sie eher Produkte aus dem Bereich Elektromobilität kaufen würden, wenn alle Services aus einer Hand kämen.

Nur ein Viertel der Befragten (24,9 Prozent) schließt übrigens von vorneherein aus, dass sie eine entsprechende Beratungsleistung von E-Fahrzeugen überzeugen würde. Gleichzeitig sagen 29 Prozent der Westdeutschen, dass die keine Beratung vom Händler zur E-Mobilität wünschen. In den neuen Bundesländern liegt die Quote signifikant höher (36,7 Prozent).

Das Ergebnis ist angesichts des Auftraggebers einerseits nicht verwunderlich. Schließlich ist Euronics der Vertriebspartner des chinesischen E-Auto-Herstellers Aiways. Deren gemeinsames Verkaufskonzept fußt unter anderem darauf, den Kunden genau jene Beratung aus einer Hand von der staatlichen Förderung bis zur Solarzellen-Installation zu bieten, die laut Umfrage gewünscht wird. Andererseits haben klassische Autohändler diese Beratungsleistung aus einer Hand ebenfalls bereits als ihr Alleinstellungsmerkmal ausgemacht, etwa Hofmann & Wittmann in Ingolstadt.

Für potenzielle Käufer von E-Autos stehen bei der Beratung zwei Themen im Vordergrund: 69,1 Prozent der Zielgruppe möchten vor allem zu den Möglichkeiten staatlicher Förderungen und Prämien beraten werden. Für 65 Prozent sind Informationen zu Wartung und Reparaturen besonders relevant. Details zur Leistung und Haltbarkeit des E-Fahrzeugs (45,4 Prozent) und die Bereitstellung von Ladesäulen vor Ort (43,9 Prozent) sind unter den befragten E-Auto Interessenten etwa gleich wichtig. Dem Thema Versicherung messen die Befragten kaum eine Elektroauto-spezifische Bedeutung zu (14,9 Prozent).

Verbraucher wissen wenig über E-Autos

Nebenbei offenbarte die Befragung, dass der Wissensstand der Deutschen zum Thema Elektromobilität weiterhin deutlich ausbaufähig ist. In ihrer Selbsteinschätzung geben nur 46,5 Prozent der Befragten an, gut über das Thema E-Autos informiert zu sein. Ein Drittel (35,5 Prozent) sieht sich eher wenig informiert. Dabei zeigen sich die üblichen Geschlechter-spezifischen und Altersunterschiede: Männer (56,8 Prozent) fühlen sich besser informiert als Frauen (36,1 Prozent), Jüngere im Alter zwischen 18 und 29 Jahren schätzen sich häufiger als gut informiert ein (59 Prozent) als alle anderen Altersgruppen (rund 45 Prozent).

Die den Angaben zufolge repräsentative Befragung hat das Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 21. bis 25. Januar 2021 online durchgeführt. Im Befragungszeitraum haben 10.000 Befragte im Alter von 18 bis 65 Jahren teilgenommen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«