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Umfrage: Bürger wollen mehr Elektromobilität

Redakteur: Gerd Steiler

Laut einer aktuellen Online-Umfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) wünschen sich fast zwei Drittel der befragten Berliner Bürger mehr Elektromobilität auf den städtischen Straßen.

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Elektromobilität findet in der Bevölkerung immer mehr Anklang. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) unter 800 Berliner Bürgern, die vom Beratungsunternehmen YouGovPsychonomics im April 2010 durchgeführt wurde.

Fast zwei Drittel der Befragten (und sogar 73 Prozent der befragten Männer) wünschten sich demnach mehr Elektromobilität auf den städtischen Straßen. Davon versprechen sie sich eine geminderte Lärmbelästigung (80 Prozent) und ein besseres Stadtklima durch weniger Emissionen (79 Prozent).

Erstaunliche 58 Prozent der Befragten wären laut Umfrage zudem bereit, höhere Anschaffungskosten für ein Elektroauto in Kauf zu nehmen, wenn sie dadurch beim Unterhalt des Fahrzeugs langfristig Geld sparen könnten.

Besseres Image und höhere Attraktivität

Die Befragten gehen mehrheitlich davon aus (61 Prozent), dass sich mit Elektromobilität das Image von großen Städten verbessern und damit die Attraktivität der urbanen Gegenden steigen könnte. Zwar äußern 40 Prozent der Befragten die Sorge, dass die Reichweite von Elektrofahrzeugen noch zu gering sei. Ein gutes Drittel der Befragten kann sich aber gut vorstellen, ein Elektro-Fahrzeug als Zweitwagen anzuschaffen. Ein Viertel hält die Reichweite schon heute für völlig ausreichend.

Auch die positiven Effekte auf die Wirtschaft werden von den Befragten unterstrichen. 45 Prozent erwarten durch Elektromobilität mehr Arbeitsplätze in der Industrie. Allerdings fordern die Befragten auch weitere Anreize für künftige Nutzer, wie die Erlaubnis zur Nutzung von Busspuren oder günstigere Parkplätze.

Ohne die Kommunen geht nichts

„Die Studie zeigt noch einmal deutlich, dass Elektromobilität ein Thema mit Zukunft ist. Viele Stadtwerke sind schon heute aktiv und kümmern sich um deutlich mehr als Steckdosen und Ladesäulen“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Mehr als 40 Stadtwerke setzten Elektromobilität auf lokaler Ebene bereits um. „Ohne die kommunalen Energieversorger und die Kommunen kommt die Elektromobilität nicht auf die Straße“, so Reck weiter.

Dies müsse beim von der Bundesregierung einberufenen „Elektromobilitätsgipfel“ am 3. Mai „ganz klar gemacht werden“. „Nachhaltige Mobilität funktioniert nur, wenn alle Akteure vor Ort kundennah mitwirken. Die Batterie- und Autoentwicklung allein greift zu kurz“, meint Reck.

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