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Umfrage: Für Zulassungsstellen hagelt es die Noten 4 und 5

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Eingeschränkte Öffnungszeiten der Zulassungsstellen machen den Kfz-Betrieben weiterhin zu schaffen. Knapp die Hälfte braucht mehrere Tage, um ein Fahrzeug anzumelden und zeigt sich entsprechend verärgert. Der Blick nach vorne vergrößert die Sorgen eher noch.

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Um den Stau in den Zulassungsstellen zu entzerren, fordert das Kfz-Gewerbe digitale Optionen.
Um den Stau in den Zulassungsstellen zu entzerren, fordert das Kfz-Gewerbe digitale Optionen.
(Bild: Lars Franzen/Kroschke-Gruppe)

Eingeschränkte Öffnungszeiten, nur wenige verfügbare Termine und deshalb lange Warte- und Bearbeitungszeiten: In zahlreichen Kfz-Zulassungsstellen quer durch die Republik stapeln sich laut einer Umfrage die Anmeldeanträge. In einer gemeinsamen Initiative fordern der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und die Industriegewerkschaft (IG) Metall, den Zulassungsstau abzubauen.

In der ZDK-Umfrage unter knapp 1.400 Kfz-Betrieben zeigen sich ZDK und IG Metall besorgt: Mehr als die Hälfte der Betriebe (52 %) vergeben die Schulnoten 4 oder 5 für die allgemeine Situation in der Fahrzeugzulassung.

„Die Wartezeit kostet sowohl Händler als auch Kunden bares Geld. Die zuständige kommunale Politik muss dringend tätig werden und diesen Zustand beenden“, fordert Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. „Hier entsteht unnötiger Druck auf die gesamte Automobilbranche, vom Hersteller bis zum Händler. Insbesondere die Mitarbeiter im Kfz-Handel werden durch die unbefriedigende Situation zusätzlich stark belastet.“

Nicht einmal ein Drittel der Befragten konnte berichten, sofort einen Termin bei einer Zulassungsstelle buchen zu können, fast die Hälfte wartet zwischen drei Tagen und einer Woche. Aber auch die Bearbeitung selbst kann sich ziehen. Wiederum nennt fast die Hälfte der Befragten eine Dauer von drei Tagen und länger. Aufgrund der langen Bearbeitungszeiten müssen verkaufte Fahrzeuge durch den Händler zwischenfinanziert werden.

Je nach Preis und Anzahl der Fahrzeuge stellt das laut ZDK für den Handel ein erhebliches Problem dar. Er fordert deshalb, moderne Technik zu nutzen. „Das Kraftfahrzeuggewerbe setzt sich für die digitale Zulassung im Autohaus ein. Dadurch können die Kfz-Betriebe die Behörden entlasten. Das ist auch im Interesse der Kunden. Solange eine Zulassung im Autohaus aber noch nicht möglich ist, sollten die zuständigen Behörden alles tun, um die Wartezeiten für Kunden und Autohändler in den Zulassungsstellen erträglich zu gestalten“, sagt ZDK-Präsident Jürgen Karpinski.

Für die Autohändler und ihre Kunden naht ein weiteres Problem: Weil die Zulassungsstellen in der Regel am 23. Dezember schließen, laufen viele Käufer Gefahr, aufgrund der schleppenden Zulassungen nicht mehr von der bis zum Jahresende befristet reduzierten Mehrwertsteuer zu profitieren.

Auch die Betriebe erwarten diese Zeit mit Sorge. Über 58 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen rechnen mit starken oder sehr starken Schwierigkeiten. Daher appellieren ZDK und IG Metall nachdrücklich an die zuständigen Behörden, dafür zu sorgen, dass auch vom 28. bis 30. Dezember Kraftfahrzeuge zugelassen werden können.

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