Mazda Umstrittene Leasingaktion mit Shell und ALD

Autor: Julia Mauritz

Shell-Clubsmart-Mitglieder können den elektrischen Mazda MX-30 über die ALD-Plattform digital leasen. Beim Mazda-Händlerverband stößt die zeitlich befristete Aktion auf wenig Gegenliebe. Bei den Händler ist das Echo geteilt.

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Den Mazda MX-30 gibt es ab dem 1. April auf der ALD-Plattform digital zu leasen.
Den Mazda MX-30 gibt es ab dem 1. April auf der ALD-Plattform digital zu leasen.
(Bild: Mazda)

Welches Interesse ein Kraftstofflieferant hat, die Werbetrommel für ein Elektroauto zu rühren, ist unklar. Fest steht: Mazda Deutschland plant für sein erstes Elektroauto MX-30 eine Leasingaktion mit Shell und ALD. Diese soll auf 300 Einheiten limitiert sein.

Die beworbene Leasingrate startet bei 149 Euro monatlich – bei einer 36-monatigen Laufzeit und einer jährlichen Laufleistung von 10.000 Kilometern, zuzüglich 990 Euro für die Überführung und Zulassung. Ein Wartungs- und Verschleißpaket und eine Kfz-Versicherung können auf der Leasingplattform hinzugebucht werden. Die Kunden haben dabei die Wahl zwischen verschiedenen Lackierungen und zwei Innenraumdesigns.

Erklärtes Ziel des Leverkusener Importeurs ist es, durch die Ansprache von 800.000 Shell-Clubsmart-Mitgliedern neue Kunden für das Elektroauto MX-30 zu gewinnen, nachdem der Absatz zum Jahresanfang 2021 ins Stocken geraten war. Im Januar und Februar wurden in Deutschland gerade einmal knapp 200 Einheiten des Elektroautos neu zugelassen.

Zudem sieht Mazda Deutschland in der Leasingaktion die Chance, neue digitale Vertriebsmöglichkeiten zu testen. Die Vermarktung erfolgt in diesem Fall rein digital über die Leasinggesellschaft ALD. Diese trägt auch das Restwertrisiko. Die Auslieferung und den Service übernehmen indes die teilnehmenden Mazda-Partner.

Die Mehrheit der Händler macht mit

Die Mazda-Händler können an der Aktion, die auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 16. Mai befristet ist, freiwillig teilnehmen. Einem Pressesprecher von Mazda Deutschland zufolge haben bislang 60 Prozent der deutschen Mazda-Partner ihre Teilnahme bestätigt. Der Leverkusener Importeur rechnet damit, dass noch einige Händler mehr dazukommen werden. Insgesamt geht er von einer Teilnahmequote zwischen 65 und 70 Prozent aus. Die Fahrzeuge werden dabei regulär im Bonussystem berücksichtigt.

Und so funktioniert die Abwicklung: Der Kunde kann drei Tage nach der Onlinebestellung einen Wunschlieferhändler nennen, der an der Aktion teilnimmt. Nach der Leasingzusage an den Kunden bestellt ALD bei dem teilnehmenden Mazda-Händler. Dieser nimmt dann Kontakt zum Kunden auf, um die Fahrzeugübergabe zu besprechen.

Den Rückgabeprozess steuert die ALD: Das Fahrzeug wird beim Kunden abgeholt und durch ein Rückgabeprotokoll dokumentiert. Nach dem Leasingende kann der Händler das Fahrzeug übernehmen.

Mickrige Marge

Der Mazda-Händlerverband hat die Aktion in einem Rundschreiben an die Mazda-Partner, das der Redaktion vorliegt, als „Affront“ bewertet. Die Händlerbeteiligung in Höhe von acht Prozent, die der Leverkusener Importeur für eine Teilnahme vorsieht, sei höher als die sieben Prozent Grundrabatt des MX-30. Unter Berücksichtigung der übrigen Margenelemente, für die ein Händler entsprechende Leistungen erfüllen müsse, liege die durchschnittliche Händlerrestmarge bei gerade einmal rund drei Prozent.

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Stv. Ressortleiterin