Umweltprämie: Dacia gewinnt, Renault verliert

Redakteur: Norbert Rubbel

ABH-Marktforscher analysieren die Auswirkungen der staatlichen Förderung für Neuwagen: Viele Renault-Fahrer wechselten zu Dacia. Opel fehlen rund 100.000 Fahrzeuge im Bestand.

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Deutsche Hersteller haben mehr Fahrzeuge verschrottet als neu hinzu gewonnen.
Deutsche Hersteller haben mehr Fahrzeuge verschrottet als neu hinzu gewonnen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Jeder fünfte Autokäufer, der im letzten Jahr die Umweltprämie in Anspruch nahm, entschied sich für einen Jahreswagen oder für ein Neufahrzeug mit einer Tageszulassung. Nur 80 Prozent der staatlich geförderten Neuwagen waren „wirklich neue Autos“. Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher der ABH GmbH in Köln. „Die Automobilhersteller und Importeure nutzten die Abwrackprämie auch dazu, um ihre Lager zu räumen“, erklärt Gerd Heinemann, geschäftsführender Gesellschafter der ABH.

Allein bei Mercedes-Benz waren 65 Prozent der über die Prämie geförderten Fahrzeuge Jahreswagen und Kurzzulassungen. Dagegen vermarktete Skoda 93 Prozent Neuwagen, die vorher noch nicht auf den Straßen rollten oder zugelassen wurden. Nur 5,3 Prozent aller subventionierten Käufe entfielen auf die Premiumfabrikate Audi (2 Prozent), BMW (1,7 Prozent) und Mercedes (1,6 Prozent).

Die Verlierer heißen Opel und Ford

Die Verlierer und Gewinner der Umweltprämie zeigt die Betrachtung der Salden aus den verschrotteten und neu gekauften Fahrzeugen. „So wurden deutlich mehr Modelle von Opel und Ford abgewrackt als neu gekauft“, analysiert Heinemann. Für Opel bedeute dies, dass dem Rüsselheimer Automobilhersteller rund 100.000 Fahrzeuge im Bestand fehlen. „Diese Autos haben einen jährlichen Bedarf an Servicearbeiten und Ersatzteilen, der immerhin 30 Millionen Euro ausmacht und nun den Opel-Werkstätten und den freien Reparaturbetrieben fehlt“, erklärt der Kölner Marktforscher.

Die Gewinner sind Skoda und Dacia

Zu den Gewinnern der Umweltprämie zählen laut Heinemann Skoda (plus 85.000 Neuwagen), Dacia (plus 49.000 Neuwagen), Hyundai (plus 43.000 Neuwagen), Fiat (plus 31.000 Neuwagen) und Toyota (plus 30.000 Neuwagen).

Mit den Zuwächsen bei Dacia verschieben sich die Bestände innerhalb des Renault-Konzerns. Denn nach ABH-Analysen wurden mithilfe der staatlichen Förderung gut 88.000 Renault-Modelle verschrottet und nur 49.000 prämiengeförderte Autos (davon 10.000 Jahreswagen und Tageszulassungen) neu angemeldet. „Branchenkenner vermuten, dass viele Renault-Fahrer zu Dacia wechselten und nur Dacia von der Abwrackprämie profitierte“, resümiert Heinemann.

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