Unbegründete Angst vor Fachkräftemangel

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

Die Automechanika-Studie 2014 befasst sich mit der Ausbildung im Kfz-Gewerbe. Prof. Matthias Becker präsentierte auf der Automechanika überwiegend erfreuliche Ergebnisse.

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Prof. Matthias Becker präsentierte die Ergebnisse der Automechanika-Studie 2014.
Prof. Matthias Becker präsentierte die Ergebnisse der Automechanika-Studie 2014.
(Foto: Büttner)

Das Kraftfahrzeuggewerbe muss sich aktuell keine großen Sorgen um seinen Fachkräftenachwuchs machen. Das geht aus der Automechanika-Studie 2014 hervor, die Prof. Matthias Becker vom Berufsbildungsinstitut der Universität Flensburg auf der Automechanika vorgestellt hat. Gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Georg Spöttl vom Institut für Technik und Bildung der Universität Bremen hat er untersucht, ob das Kfz-Gewerbe Nachwuchssorgen hat. Dazu führten die Wissenschaftler Umfragen und Interviews mit Jugendlichen auf Stellensuche, Auszubildenden sowie Ausbildungsbetrieben durch.

Die Bewerberzahlen würden in den meisten Fällen auch in Zukunft noch reichen, um den Bedarf zu decken, so Becker. Am ehesten hätten freie Betriebe sowie Vertragswerkstätten in ländlichen Gebieten Schwierigkeiten, ausreichend geeignete Bewerber zu finden. Problematisch sei die Situation außerdem in Gegenden, in denen Automobilhersteller und Zulieferer als attraktive Arbeitgeber um Auszubildende werben.

In einer Podiumsdiskussion analysierten Experten die Studienergebnisse.
In einer Podiumsdiskussion analysierten Experten die Studienergebnisse.
(Foto: Büttner)

Wichtigstes Motiv für einen Jugendlichen, sich um einen Ausbildungsplatz im Kfz-Gewerbe zu bewerben, ist das Interesse an Automobiltechnik. Sie wollen Autos reparieren können und in einer Werkstatt arbeiten. Wunschberuf ist mit großem Vorsprung der Kfz-Mechatroniker. Von ihrem Arbeitgeber erwarten sie in erster Linie ein gutes Arbeitsklima sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. Erst an dritter Stelle steht die Höhe des Gehalts.

Schlüsselfaktor Betriebspraktikum

Wichtigste Berater auf dem Weg in die Ausbildung sind für junge Leute die Eltern, gefolgt von Freunden und Bekannten. Erst dahinter rangieren professionelle Berater in den Schulen oder Arbeitsagenturen. Auch Mitarbeiter von Kfz-Betrieben, die von ihrem Beruf schwärmen, spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Den wichtigsten Schritt auf dem Weg zum Ausbildungsvertrag stellt dann das Betriebspraktikum dar, und zwar sowohl aus Sicht der Jugendlichen wie auch der Betriebe.

Die Zahl der benötigten Fachkräfte in den Autohäusern wird laut Studie bis zum Jahr 2020 um bis zu 20 Prozent zurückgehen. Dabei würden die kaufmännischen Berufe härter getroffen als die gewerblichen. Die verbleibenden Beschäftigten müssten höhere Qualifikationen besitzen, für An- und Ungelernte werde es immer weniger Jobs geben. Entsprechend hoch seien die Anforderungen, die die Betriebe an ihre Auszubildenden stellen.

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