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Unbekannter beschädigt über 440 Fahrzeuge – Schaden von 1,5 Millionen Euro

| Autor: Jakob Schreiner

Seit Monaten ist in Wolfsburg ein Phantom unterwegs, das gezielt VW-Leasingfahrzeuge attackiert. Der Täter benutzt Sekundenkleber, um den Lack der Autos zu beschädigen. Die Polizei tappt im Dunkeln.

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Durch den Sekundenkleber entsteht schnell ein Schaden von mehreren Tausend Euro.
Durch den Sekundenkleber entsteht schnell ein Schaden von mehreren Tausend Euro.
(Bild: Polizei Wolfsburg)

Ein unbekannter Serientäter treibt in Wolfsburg seit Monaten sein Unwesen. Bislang hat er an über 440 Fahrzeugen den Lack mit Sekundenkleber beschädigt, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) in seiner Sendung „Panorama 3“ berichtet hat. Der aggressive Klebstoff frisst sich in den Lack und verursacht so schnell einen Schaden über mehrere Tausend Euro, berichtet der Chef der von der Wolfsburger Polizei eingerichteten Ermittlungsgruppe „Kleber“. Insgesamt sei bereits ein Schaden von rund 1,5 Millionen Euro entstanden.

Bei seinen vorzugsweise nächtlichen Kleber-Attacken geht der Täter nicht wahllos vor. Im Visier seien hauptsächlich Leasingfahrzeuge von Volkswagen, die am Nummernschild leicht zu identifizieren sind, hieß es in der Sendung. Auf das Wolfsburger Kennzeichen WOB folgten meist ein Buchstabe und anschließend vier Ziffern. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass der Täter weiß, welche Fahrzeuge er angreift, und gezielt Volkswagen schaden will.

Oftmals bleiben aber die Geschädigten – häufig VW-Mitarbeiter – auf einem Teil des Schadens sitzen. Ein Geschädigter berichtete von einer Selbstbeteiligung pro Schadenfall von 500 Euro. Sein Fahrzeug hatte es bereits das zweite Mal erwischt, erzählte er.

Da der Täter unsystematisch im gesamten Stadtgebiet zuschlägt, gehen die Ermittler davon aus, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Wolfsburger handelt, der sich im Stadtgebiet gut auskennt. Bis auf die eingefressenen Klebstoffreste hat das Phantom bislang keinerlei Spuren oder Botschaften hinterlassen, weswegen die Polizei über das Motiv des Täters nur spekulieren kann. Die Hoffnung der Beamten sei, dass irgendwann jemand den Täter auf frischer Tat ertappt.

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 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik