Schäden an Carbonrädern Unbekanntes Terrain

Von Peter Diehl

Die Zahl der Fahrzeuge mit Carbonrädern nimmt langsam, aber stetig zu. Der richtige Zeitpunkt, um einen Blick in den Schadenkatalog des Fachausschusses Kraftfahrzeugtechnik zu werfen. Welche Schäden an Carbonrädern sind tolerierbar, welche nicht?

Carbonrad des Porsche 911 Turbo S Exclusive Series (991).
Carbonrad des Porsche 911 Turbo S Exclusive Series (991).
(Bild: Porsche)

Noch vor knapp einem Jahrzehnt waren Carbonräder an straßenzugelassenen Fahrzeugen nur Theorie. Das änderte sich Ende 2013, als in Großbritannien und in der Schweiz erste Nachrüst-Carbonräder auf den Markt kamen. Ihr Weg nach Deutschland war vorhersehbar, insbesondere von Großbritannien aus, damals noch ein Mitgliedsstaat der EU. Inzwischen ist das Angebot vielfältig und besteht nicht mehr nur aus Nachrüstlösungen, beispielsweise von BST oder Carbowheel. Auch ab Werk sind Carbonräder lieferbar. Entweder optional oder serienmäßig, für Motorräder ebenso wie für Pkw. Die Tabelle auf Seite 29 gibt hierzu einen Überblick, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

Carbonrad ist nicht gleich Carbonrad. Dieser Grundsatz betrifft nicht nur die Radgröße, sondern auch den Aufbau und die Herstellung. Letzteres zuerst: Produziert wird ein derartiges Rad aus vorgefertigten Carbonfasermatten und/oder mittels einer Flechtmaschine, welche die Felge direkt aus Carbonfasern entstehen lässt. Es folgen Harzimprägnierung, Härtung unter hohem Druck und ebensolcher Temperatur sowie Klarlacküberzug. Bezüglich des Aufbaus werden reine Carbonräder und Carbon-Aluminium-Hybridräder unterschieden. Bei einem Hybridrad besteht allein die Felge aus Carbon, während der Radstern oder die Radschüssel aus einer Aluminiumlegierung gefertigt wird.