Steuerrecht Wann keine Versicherungssteuer auf Garantiezusagen fällig wird

Von Wolfgang Michel

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Zum kommenden Jahreswechsel fällt auf Garantiezusagen Versicherungssteuer an. Allerdings nur, wenn die Versicherung „entgeltlich“ abgeschlossen wird. Welche feinen Unterschiede zu beachten sind und wie Händler ihre Aufwände reduzieren können, erläutert Sascha Schueren von der Car-Garantie.

Sascha Schueren, General Manager Deutschland der CG Car-Garantie Versicherungs AG (l.), erläutert im Gespräch mit »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel, welche Produkte seines Unternehmens Kfz-Betrieben helfen, das Problem der Versicherungssteuer auf Garantiezusagen zu minimieren.
Sascha Schueren, General Manager Deutschland der CG Car-Garantie Versicherungs AG (l.), erläutert im Gespräch mit »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel, welche Produkte seines Unternehmens Kfz-Betrieben helfen, das Problem der Versicherungssteuer auf Garantiezusagen zu minimieren.
(Bild: Holger Zietz – »kfz-betrieb«)

Ab Januar 2023 warten weitreichende steuerrechtliche Änderungen im Bereich Garantiezusagen auf den Kfz-Handel. Worum genau geht es dabei?

Sascha Schueren: Wenn der Händler ab Januar 2023 eine Garantiezusage „entgeltlich“ vergibt, wird er steuerrechtlich als Versicherer angesehen. Das hat dann weitreichende Folgen, unter anderem ist eine Registrierung beim Bundeszentralamt für Steuern notwendig. Weitere umfangreiche Aufzeichnungs- und Meldepflichten werden zusätzliche Aufwands- und somit Kostentreiber im Handel. Ebenso wäre finanziell der Entfall des Vorsteuerabzugs auf Eingangsleistungen im Zusammenhang mit Garantiereparaturen ein wesentlicher Nachteil.

Was genau bedeutet „entgeltlich“ in diesem Zusammenhang?

Entgeltliche Garantiezusagen sind Garantien, die gegen gesondertes Entgelt verkauft werden. Ab 1. Januar 2023 ist dieses Entgelt der Versicherungssteuer zu unterwerfen. Dies gilt auch für Händler, die die sogenannte „Händlereigengarantie“ einsetzen. Generell sollte der Handel das Thema mit seinem Steuerberater besprechen.

Das bedeutet, unentgeltliche Garantiezusagen sind nicht betroffen?

Richtig. Von der entgeltlichen Garantiezusage ist die unentgeltliche Garantiezusage abzugrenzen. Nach aktuellem Kenntnisstand ist eine Garantiezusage dann als unentgeltlich anzusehen, wenn die Garantie in dem Fahrzeugpreis inkludiert ist, es keine Abwahlmöglichkeit der inkludierten Garantiezusage durch den Kunden und somit keine Möglichkeit gibt, das Fahrzeug ohne Garantie „günstiger“ zu erwerben.

Welche Optionen sehen Sie für den Handel, um dessen zukünftigen Aufwände gering zu halten?

Hier bieten wir verschiedene Möglichkeiten. Zielstellung dabei ist es, die Aufwände im Handel nicht zu erhöhen und gleichzeitig die Produkte attraktiv und vor allem einfach zu gestalten. Bei einer unentgeltlichen Garantiezusage kann das bewährte Car-Garantie-Modell weiter eingesetzt werden. Für die entgeltliche Garantiezusage bieten wir den Wechsel auf die Reparaturkostenversicherung an. Eine Reparaturkostenversicherung bietet den gleichen umfassenden Schutz vor Reparaturkosten wie eine Garantie, und der Handel kann weiter wie bisher auf die bequemen Car-Garantie-Prozesse vertrauen. Der Händler tritt hier über einen Vermittlungsvertrag als Vermittler auf.

Was ist der Unterschied zwischen Garantieversicherung und Reparaturkostenversicherung?

Bei einer Garantie ist die Garantiezusage des Händlers zum Beispiel bei Car-Garantie versichert. Bei einer Reparaturkostenversicherung tritt der Händler als Vermittler auf und der Kunde ist direkt bei Car-Garantie versichert.

Gibt es eine einfache Möglichkeit für den Handel, das Bewertungs- beziehungsweise Abgrenzungsrisiko bezüglich entgeltlicher und unentgeltlicher Garantiezusage zu vermeiden?

Bei einer Reparaturkostenversicherung spielt die Unterscheidung zwischen entgeltlicher und unentgeltlicher Garantiezusage keine Rolle, da diese nicht von den genannten Änderungen betroffen ist. Gerne informieren wir unsere Partner in bewährter Form über unsere Lösungen.

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