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Unter den Mercedes-Händlern brodelt es

| Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Bei den Mercedes-Händlern laufen die Dinge nicht rund. Unter anderem sorgen die anhaltenden Lieferprobleme sowie die Mercedes-Benz-Bank, die Finanzierungsanfragen zu langsam bearbeite, für finanzielle Ausfälle an der Vertriebsfront. Die Kritik am Hersteller wächst.

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(Foto: Daimler)

Tagungen des Verbands der Mercedes-Benz-Vertreter (VMB) sind nicht öffentlich. Nichts soll das Bild des Schulterschlusses zwischen Hersteller und Handel trüben. In den zurückliegenden Jahren des wirtschaftlichen Erfolges der Marke, von dem beide Seiten profitierten, hat das auch gut funktioniert. Doch in den letzten Monaten haben sich die Dinge mit Ansage verändert: Die Händler leiden unter den Sparbemühungen des Herstellers. Hinzu kommen deutliche Lieferprobleme. Das führt zu Unruhe in den Reihen der VMB-Mitglieder, die sich am 17. Oktober in Berlin zur VMB-Tagung trafen. Nach Angaben von Teilnehmern befürchten einige Mitglieder des Mercedes-Benz-Händlerverbands, dass diese Probleme große finanzielle Auswirkungen für sie haben werden.

Verschleudern von Fahrzeugen nicht mehr zeitgemäß

„Es brodelt unter der Oberfläche“, bestätigte ein Teilnehmer im vertraulichen Gespräch mit »kfz-betrieb«. Nach außen seien die Vertreter ruhig, weil keiner dem anderen zeigen wolle, wie sehr er unter Druck stehe. „Aber unsere Kosten explodieren, und die Erträge sinken.“ Verantwortlich dafür sei der Hersteller „mit seinen tausend Detailvorgaben“ und seinem nicht mehr funktionierenden Geschäftsmodell, in dem „das Verschleudern der Fahrzeuge zum Erreichen von Mengen-Boni“ die Erträge fast aller Vertreter empfindlich beeinträchtige. Das müsse aufhören.