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V-Charge fährt VW autonom zur Ladestation

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Mit dem „V-Charge“-System von Volkswagen lässt sich ein fahrerloses Auto selbständig in eine freie Parklücke und auch auf eine freigewordene induktive Ladestation bewegen.

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Volkswagen V-Charge: Automatisierte Fahrt auf die induktive Ladestation.
Volkswagen V-Charge: Automatisierte Fahrt auf die induktive Ladestation.
(Foto: VW)

Einen Ausblick auf einen praktischen Zwischenschritt zum autonomen Fahren gibt das Forschungsprojekt „V-Charge“. Dahinter steckt ein EU-Forschungsprojekt, in dem sechs internationale Partner gemeinsam neue Technologien entwickeln. Es verbindet die Automatisierung der Parkplatzsuche und die induktive Ladung von Elektrofahrzeugen.

Die Bezeichnung V-Charge spielt auf das Valet Parking in den USA an: Der Fahrer stellt sein Auto direkt am Zielort kurz ab, das Servicepersonal parkt den Wagen ein und lässt ihn bei Bedarf wieder vorfahren. Diesen bequemen Service hat nun ein Forschungskonsortium von Volkswagen, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, der TU Braunschweig und weiteren internationalen Partnern aufgegriffen, um es auf die Bedürfnisse der elektrifizierten Mobilität anzupassen.

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Ein denkbares Szenario ist der chronisch unter Zeitdruck stehende Pendler. Mit V-Charge hat er die Möglichkeit, direkt am Zielort anzuhalten, auszusteigen und über eine zugehörige Smartphone-Applikation die Verbindung zu seinem Fahrzeug herzustellen. Das vollautomatisch agierende Fahrzeug bekommt eine digitale Karte übermittelt und navigiert selbstständig innerhalb des Parkareals oder Parkhauses zur Parklücke. Handelt es sich um ein Elektrofahrzeug, priorisiert das System zusätzlich einen Abstellplatz mit automatischer Ladeeinrichtung.

Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Fahrzeuge müssen dabei von den Kameras und Ultraschallsensoren des Fahrzeugs erkannt und Zusammenstöße vermieden werden. Damit bewegt sich das „V-Charge“-System derzeit, als automatisiertes Fahren, jedoch noch jenseits der juristischen Zulässigkeitsgrenze. Der Konzern geht nach eigenen Angaben davon aus, dass bereits bis 2020 Ausnahmen für private Parkareals oder Parkhäuser gelten werden.

Neben dem Komfort- und Zeitgewinn für den Fahrer nennt VW eine verbesserte Auslastung der notwendigen Infrastruktur als weiteren Vorteil der Technik. Eine Ladestation wird nur so lange belegt, wie sie wirklich benötigt wird, und nicht für die gesamte Parkzeit.

Die technischen Voraussetzungen sind laut einer VW-Mitteilung größtenteils gegeben. Dafür lassen sich Sensor- und Kameratechnologien nutzten, die bereits in Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen. Für das automatische Fahren des V-Charge-Versuchsträgers, basierend auf einem Volkswagen e-Golf1, sorgt ein dichtes Wahrnehmungsnetzwerk. Vier Weitwinkelkameras und zwei 3D-Kameras, zwölf Ultraschallsensoren, digitales Kartenmaterial und die sogenannte „Car2X“-Technologie für die Kommunikation des Fahrzeugs mit der Infrastruktur erfassen das Fahrzeugumfeld.

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