VDIK: Neuwagenmarkt bleibt auf hohem Niveau

Importeure prüfen Teilnahme am E-Ladenetz deutscher Hersteller

| Autor: Christoph Baeuchle

VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.
VDIK-Präsident Reinhard Zirpel. (Bild: VDIK)

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) ist optimistisch für das nächste Jahr. „Der VDIK geht davon aus, dass das Zulassungsvolumen 2017 stabil auf vergleichbarem Niveau liegen wird“, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit 3,36 Millionen neu zugelassenen Fahrzeugen, dabei steuern die Importeure deutlich über ein Drittel (36 Prozent) der Pkws bei.

Damit erzielt der deutsche Markt sein bestes Ergebnis seit dem Umweltprämienjahr 2009. Dazu haben vor allem eine gute Arbeitsmarktsituation und niedrigen Zinsen beigetragen – ein Umfeld, das auch 2017 voraussichtlich bestehen bleibt.

Aus Sicht des VDIK steht die gute Marktentwicklung mit deutlichen Zuwächsen sowohl im Privat- als auch im Flottenmarkt auf soliden Füßen. Der Privatmarkt wuchs um annähernd sieben Prozent auf 1,17 Millionen und befindet sich damit erstmals seit Jahren wieder in einem positiven Trend.

„Der Rekordmarktanteil der VDIK-Mitgliedsunternehmen beruht insbesondere auf ihrer Stärke im Privatmarkt“, betont Zirpel. „Die internationalen Hersteller konnten mit einem Plus von elf Prozent ihren Marktanteil in diesem Markt auf 44 Prozent steigern.“

Flottenmarkt mit neuem Zulassungsrekord

Der Flottenmarkt erreicht mit rund 830.000 Zulassungen ein neues Rekordniveau und wuchs um 5,5 Prozent. Dagegen blieben die Eigenzulassungen sowie Geschäfte mit Vermietern mit plus drei Prozent hinter der Gesamtmarktentwicklung zurück und verloren entsprechend Anteile.

Noch stärker sind die Importeure bei Elektro- und Hybridfahrzeugen. Im laufenden Jahr kommen rund 33.000 Hybridfahrzeuge (ohne Plug-in) auf den Markt, 43 Prozent stammen von einem Importeur. Deutlich weniger Fahrzeuge kamen mit Elektro- oder Plug-in-Antrieb auf die Straßen. Am Jahresende dürften es rund 25.250 Einheiten sein, gerade mal sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Importeure hoffen nun, dass der Umweltbonus für weitere Zulassungen sorgt. „Der VDIK geht davon aus, dass bis zum Jahresende rund 9.000 Anträge auf den Umweltbonus vorliegen werden“, ergänzt Zirpel. Neue Modelle und eine bessere Ladeinfrastruktur tragen ebenfalls zu einem größeren Interesse bei.

Beteiligung an Schnelllade-Initiative möglich

Die Initiative der deutschen Hersteller zum Aufbau eines Schnellladenetzes begrüßen die Importeure. Das Netz sei in seiner Auslegung weit in die Zukunft gerichtet und offen für die Teilnahme weiterer Hersteller, so Zirpel. Es werde überlegt, ob man sich dem Projekt anschließe oder eine eigene Initiative ergreife.

Stimmen die Rahmenbedingungen, ist mehr drin. „Von der Politik erwartet der Verband die Schaffung bzw. Fortentwicklung von Regelungen, die den Abrechnungsvorgang beim Laden von Elektrofahrzeugen deutlich vereinfachen, sodass Roaming und Ad-hoc-Laden ohne Vertragsbindung kurzfristig möglich sind“, betont Zirpel. Darüber hinaus fordere der VDIK von der Politik, zügig gesetzliche Klarheit für Lademöglichkeiten in Mietshäusern und Wohneigentum zu schaffen.

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