Verantwortungsgebiete für Marken sind passé

Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein veranstaltet ersten Digitaltag

| Autor: Holger Zietz

Für Dirk Steeger, Geschäftsführer der König Gruppe, sind „Marken austauschbar“ geworden.
Für Dirk Steeger, Geschäftsführer der König Gruppe, sind „Marken austauschbar“ geworden. (Bild: Zietz)

Digitalisierung ist nicht die Zukunft, Digitalisierung ist längst die Gegenwart. Das zeigte sich ein weiteres Mal beim ersten Digitaltag, den das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein in Kiel veranstaltet hat. „Die größte Veränderung in der Arbeitswelt ist der Ort der Wertschöpfung“, betonte Torsten Harnack von Microsoft. Mehr und mehr übernehmen intelligente Maschinen die Aufgaben. Laut Harnack gehen Zukunftsforscher davon aus, dass Menschen 2020 häufiger mit Maschinen wie „Siri“ reden als mit ihresgleichen.

Dies wirkt sich auch auf die Ansprüche der Kunden aus. Sie legen immer mehr Wert auf Qualität. Das bekommen auch Kfz-Betriebe zu spüren. Auf Vergleichsportalen informieren sich die Kunden – gibt es bei einem Unternehmen schlechte Bewertungen, entscheiden sich viele lieber für ein anderes.

Zugleich bietet die digitale Welt große Chancen. Diese gilt es zu nutzen, wie es das Berliner Autohaus König bereits vormacht. „Vergessen Sie Markenverantwortungsgebiete“, stellte Dirk Steeger, Geschäftsführer der Autohausgruppe König, klar. Und fügte hinzu: „Ihr Gebiet ist Deutschland!“ Um die Absatzvorgaben der Hersteller erfüllen zu können, müsse der Händler überregional verkaufen.

Autohandel wandert ins Internet

Steeger ist überzeugt, dass der Durchbruch für den Onlinehandel im Autohaus nicht mehr fern ist. Die Erfahrungen, die das Autohaus bislang gemacht hat, zeigen: Die Marken sind austauschbar und der Kunde will auf sein Fahrzeug nicht lange warten. Lieber verzichte er auf die Konfiguration.

Die meisten Anfragen über das Netz erreichen Renault-König spät in der Nacht. Die Abschlussrate sinke aber, je weiter der Kunde von der Filiale entfernt wohne. Der Onlineverkauf wird von spezialisierten Mitarbeitern abgewickelt, die räumlich getrennt vom Showroom des Autohauses arbeiten. Sie sollen sich rein auf die virtuelle Welt konzentrieren. Die Zukunft im Verkauf sieht König nur in hohen Stückzahlen. „Nur über Masse kann der Händler etwas verdienen!“

Nicht nur traditionelle Autohändler wollen vom Umbruch profitieren, sondern auch Start-ups wie Wirkaufendeinauto.de, das zur Auto1 Group gehört. Durch die digitale Vermarktung sei ein Fahrzeug im Durchschnitt binnen zwei Stunden verkauft, berichtet Robert Lasek, Vice President der AUTO1 Group und Managing Director von AUTO1.com . Nach Zahlungseingang finde innerhalb von fünf bis sieben Tagen die Auslieferung statt. Mit digitalen Prozessen sorge das Unternehmen für einen schnellen Durchlauf der Fahrzeuge. Zwischen Ankauf und Vermarktung gebe es keine zeitliche Verzögerung. Der europaweite Markt erleichtere zudem den Verkauf von Problemfahrzeugen.

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