Verkehrswende Verbände fordern Verbrennerende „noch in diesem Jahrzehnt“

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Allianz pro Schiene, Greenpeace und der Deutsche Naturschutzring wollen die Verkehrswende schneller vorantreiben. Sie fordern, noch in diesem Jahrzehnt die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren zu beenden.

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Die Luftqualität in deutschen Städten hat sich verbessert.
Die Luftqualität in deutschen Städten hat sich verbessert.
(Bild: S. Hermann & F. Richter / Pixabay )

Mehrere Umwelt- und Verkehrsverbände haben ein ihrer Meinung nach zögerliches Vorgehen der Bundesregierung bei der Verkehrswende kritisiert. „Deutschland hinkt sowohl den eigenen Zielen als auch vielen anderen Staaten hinterher“, teilten Allianz pro Schiene, Greenpeace und der Deutsche Naturschutzring am Dienstag gemeinsam mit. Sie forderten unter anderem ein Ende von Verbrennungsmotoren „noch in diesem Jahrzehnt“. „Die Entscheidung für ein Ende der Neuzulassung muss gekoppelt werden mit einem Transformationsprogramm für die Beschäftigten der Automobilindustrie“, hieß es.

Daneben forderten die Verbände unter anderem eine Überprüfung der Investitionen in Straßenbau-Projekte, den Ausbau des Schienennetzes sowie den Abbau umweltschädlicher Investitionen. „Mit rund 30 Milliarden Euro pro Jahr wird der fossile Verbrennungsmotor, das Auto, das Flugzeug massiv subventioniert“, kritisierten sie. „Dabei sind diese Subventionen nicht einmal sozial gerecht, sondern bevorteilen die Gutverdiener.“

Das Schienennetz müsse stärker elektrifiziert werden - zu 75 Prozent bis 2030. Im Sommer vergangenen Jahres verfügten rund 61 Prozent der Bahnstrecken über eine elektrische Oberleitung. Weil das aber auch auf viele verkehrsreiche Strecken zutrifft, liegt der Anteil des Bahnverkehrs, der elektrisch abgewickelt wird, höher. Ziel der Bundesregierung sind 70 Prozent Strecken unter Strom bis zum Jahr 2025.

ÖPNV-Ausbau spielt zentrale Rolle

Für die Verbände spielt bei der Verkehrswende auch der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) eine zentrale Rolle. Die öffentlichen Mittel dafür müssten sich bis 2025 verdoppeln, fordern sie. „Der ÖPNV muss deutschlandweit als kommunale Pflichtaufgabe festgelegt werden.“ Es brauche mindestens eine stündliche Anbindung auch für kleinere Orte.

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