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Verbände veröffentlichen Positionspapier zur Onlineterminvergabe

Der Widerstand gegen eine HUK-Initiative zur Onlineterminierung von Reparaturaufträgen ist ungebrochen. Nun beziehen der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) und der Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) gemeinsam Position.

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(Bild: ZKF/BVdP)

Die Ankündigung der HUK-Coburg, ein Onlinetool für die Terminierung von Unfallschäden zu installieren, hat im vergangenen Jahr bei Verbänden und Partnerwerkstätten zu Irritationen geführt. Nun haben der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF), vertreten durch ZKF-Präsident Peter Börner, und der Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP), vertreten durch BVdP-Vorstand Reinhard Beyer, ein gemeinsames Positionspapier herausgegeben.

Aus Sicht der Verbände ist entscheidend, dass die Werkstatt das Heft des Handelns in der Hand haben muss und eigenständig definieren kann, welche Termine für die Onlinebuchung freigegeben werden. Wichtig ist zudem, dass die HUK-Coburg keinen Einblick in die weitere Werkstattplanung erhält und auch keine Systemdaten im Hintergrund abgerufen werden können. „Wenn diese Punkte eingehalten werden, bestehen keine Bedenken gegen diese Art der Terminbuchung zum Besichtigungstermin“, heißt es in dem Papier.

Darin erkennen ZKF und BVdP durchaus an, dass die Pläne der HUK-Coburg, dem Versicherungsnehmer eine digitale Terminierung seines Werkstatttermins anzubieten, „dem Zeitgeist entspricht und die Kundenfreundlichkeit in einer digitalisierten Welt unterstützt“. Das webbasierte Onlinetool erleichtert es, einen Besichtigungstermin direkt bei der Werkstatt zu buchen. Allerdings betonen die Verbände, dass es sich um keinen Reparaturtermin, sondern nur um einen reinen Besichtigungstermin zur Schadenaufnahme handelt. Diese Termine sollen von der Werkstatt pauschal definiert und als freie Slots dem webbasierten Portal zur Verfügung gestellt werden. „Die HUK-Coburg erhält ausschließlich den Zugang zu den von der Werkstatt definierten Slots und keinerlei weiteren Einblick oder Zugang zu der Werkstattplanung“, stellen die Verbände im Positionspapier klar.

Beim Zugriff auf weitere Daten aus dem Werkstattsystem, etwa Anzahl der Mitarbeiter oder Mietwagen, Arbeitsplätze, Vorlaufzeiten, wächst die Gefahr, dass ein guter EDV-Algorithmus betriebswirtschaftliche Auswertungen erstellt. „Dies darf nicht geschehen“, stellen ZKF und BVdP klar. Problematisch sehen sie, dass durch unterschiedliche Lösungen und Anbieter wiederum zusätzliche Prozesse notwendig werden. „Hier wäre es wünschenswert, wenn die Schnittstellen zu anderen Portalen von vornherein zur Verfügung gestellt werden und damit das Bedienen mehrerer Versicherer oder Schadensteuerer nicht weiter verkompliziert wird“, lautet der Lösungsansatz.

Vorhaben beim Tracking

Auch das Tracking wurde erörtert. Angedacht sind lediglich folgende Schritte: „Termin vereinbart“, „Fahrzeug in Arbeit“ und „Fahrzeug abholbereit“. Diese Informationen seien noch vertretbar, solange der Betrieb diese aktiv steuert. Ein weiteres Zergliedern in einzelne Reparaturschritte sei dagegen zu verhindern. Ebenso dürfe der Werkstattbetrieb nicht durch weitere administrative Arbeiten belastet werden.

Abschließend appellieren ZKF und BVdP an ihre Mitglieder, sich genannten Schritte und maximalen Datenzugriffe schriftlich zusichern zu lassen. Ebenso wichtig sei eine genaue Aufstellung, an welche Voraussetzungen und mit welchen Kosten die Nutzung verbunden ist. Beide Verbände erwarten, dass ein solches Onlinetool den Betrieben kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

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Über den Autor

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«