Opel-Händlerverband: Rotation an der Spitze

Hauptbaustellen sind Bürokratieabbau und Internetvertrieb

| Autor: Jens Rehberg

(Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Keines der zwölf Mitglieder aus dem Vorstandsgremium des Opel-Händlerverbands VDOH sieht sich derzeit imstande, die Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Händlervertretern alleine zu koordinieren. „Zu viel Arbeit, um es nebenbei zu machen“, hieß es im Rahmen eines Pressegesprächs im Anschluss an die Mitgliederversammlung am Donnerstag in Darmstadt. Der im letzten Sommer verstorbene Thomas Bieling hatte die Funktion des Verbandssprechers nicht zuletzt deswegen in vollem Umfang wahrnehmen können, weil sein Bruder Hans-Heinz Bieling in dem gleichnamigen Hertener Autohaus die Fäden in der Hand hält.

So wurde die Entscheidung, wer für Rüsselsheim künftig der wichtigste Ansprechpartner im Vertragshändlernetz sein soll, auf die nächste Mitgliederversammlung des Verbandes im kommenden Jahr vertagt. Bis dahin wechseln sich Ulrich Brass, Mathias Schinner und Peter Hübner in einem viermonatigen Turnus an der Spitze der Interessensvertretung ab. Ulrich Brass koordinierte die Verbandsarbeit bereits während der letzten sieben Monate übergangsweise.

Setzen sich für die Opel-Partner ein (von links): Mathias Schinner (AH Schinner, Weimar), Heinz Gerhard Herrmann (VDOH), Peter Hübner (AH Hübner, Kaiserslautern), Ulrich Brass (Brass-Gruppe, Aschaffenburg), und Uwe Heymann (VDOH). Zum Vergrößern bitte klicken.
Setzen sich für die Opel-Partner ein (von links): Mathias Schinner (AH Schinner, Weimar), Heinz Gerhard Herrmann (VDOH), Peter Hübner (AH Hübner, Kaiserslautern), Ulrich Brass (Brass-Gruppe, Aschaffenburg), und Uwe Heymann (VDOH). Zum Vergrößern bitte klicken. (Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Laut Aussagen von teilnehmenden Händlern – rund 250 waren zu dem Treffen angereist – war die Stimmung in Darmstadt gut. Der mittlerweile deutlich spürbare Imagewandel der Marke und ein vielversprechender Jahresauftakt im Verkauf sorgten für entsprechende Rahmenbedingungen. Ulrich Brass sagte hierzu: „Unsere Mitarbeiter und insbesondere unsere Verkäufer bestätigen uns immer wieder, dass die Sympathie für die Marke Opel nicht nur unter den Kunden, sondern auch im jeweiligen Bekanntenkreis mittlerweile deutlich gestiegen ist.“ Das werde sich früher oder später auch in stärker ansteigenden Verkaufszahlen bemerkbar machen.

Nichtsdestotrotz haben die Opel-Partner mit einigen Baustellen zu kämpfen – allen voran die Themen Rendite und digitaler Intrabrand-Wettbewerb. Hauptansatz für eine Verbesserung der Rentabilität in der Breite des Netzes ist für den VDOH-Vorstand der Abbau der vom Hersteller geforderten Administration. „Opel neigt derzeit etwas zur Überregulierung“, sagt Mathias Schinner. Hier müsse der Verband gegensteuern. Konkret gehe es zum Beispiel um genaue Vorgaben zur Kontaktierung der Bestandskunden sowie die entsprechenden Dokumentationen. „Jeder hat aber doch seine eigenen Loyalisierungsprogramme – hier müssen die Händler frei sein in der Wahl, wie sie vorgehen wollen“, ergänzt Ulrich Brass.

Beim Margensystem sieht der Verband in diesem Zusammenhang keinen Änderungsbedarf. Vielmehr werde sich die Renditesituation mit den kommenden neuen Modellen oberhalb des Kleinwagensegments und auch schon mit dem neuen Astra automatisch verbessern – denn im Durchschnitt höhere Transaktionspreise bedeuteten auch eine Steigerung der Roherträge. Derzeit generieren die kleinen Opel-Modelle Corsa, Adam und Karl noch mehr als ein Drittel des Gesamtvolumens.

In Sachen Internetvertrieb gibt sich der Verband nach dem jüngsten Zurückrudern der Hersteller auf Druck des Bundeskartellamts noch nicht geschlagen. Es werde ein Schwerpunkt in der Verbandsarbeit sein, dafür zu sorgen, dass für den Internetvertrieb Regeln und Standards gelten, sagte Ulrich Brass. „Der Hersteller möchte, dass wir die vertraglich geregelten Standards erfüllen – im Gegenzug erwarten wir, dass er alles dafür tut, unsere Investitionen zu schützen.“

Die VDOH-Mitglieder wählten am Freitag zudem drei neue Verbandsvorstände: Jörg Heidenreich, Peter Müller und Michael Wilke. Zuvor waren ausgeschieden: Stefan Quary und Wolfgang Babor.

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