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Verband rückt enger zusammen

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Jakob Schreiner

Digitalisierung, Elektrifizierung, Carsharing – die Entwicklung fordert nicht nur Autohäuser und Werkstätten heraus, sondern auch die Verbandsorganisation des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes. Landesverband und Innungen müssen neue Aufgaben erfüllen.

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Vor der Neuaufstellung des Landesverbandes: Michael Ziegler (Kandidat für das Präsidentenamt), Harry Brambach (scheidender Präsident) und Carsten Beuß (Hauptgeschäftsführer).
Vor der Neuaufstellung des Landesverbandes: Michael Ziegler (Kandidat für das Präsidentenamt), Harry Brambach (scheidender Präsident) und Carsten Beuß (Hauptgeschäftsführer).
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Der Transformationsprozess mit Digitalisierung, Elektrifizierung und neuen Mobilitätsangeboten krempelt nicht nur die Branche um, sondern stellt auch die Verbandsorganisation vor neue Herausforderungen. Wollen die Landesverbände und Innungen die Erwartungen der Mitgliedsbetriebe weiter erfüllen, müssen sie sich darauf einstellen.

„Die Anforderungen steigen stetig. Das führt zu einer verstärkten Zusammenarbeit auf Innungsebene, nicht zwangsläufig zu Zusammenschlüssen“, sagte Michael Ziegler, Geschäftsführer der Emil-Frey-Gruppe. Ziegler, der ab Sommer dem baden-württembergischen Landesverband als Präsident vorsteht, sofern die Delegierten zustimmen, gab bei der Mitgliederversammlung des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg eine Einschätzung über die Zukunft von Branche und Verband. Entscheidend für die erfolgreiche Arbeit sei nicht die Größe der Kfz-Innung, sondern deren Qualifikation.

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Grundsätzlich sieht Ziegler die kaskadische Verbandsorganisation mit Innungen, Landesverbände und ZDK als richtig an. Dabei gelte es, auf allen Ebenen die Weiterentwicklung mitzugestalten. „Eine der wichtigsten Aufgaben in der Verbandsarbeit ist es, die bisherige Säulen zu festigen“, so Ziegler. „Dabei müssen wir den Sinn für Neues haben und diesen Sinn schärfen.“ Dazu gehöre die Sicherung der hoheitlichen Aufgaben. Diese haben Verband und Branche beispielsweise bei der Abgasuntersuchung übernommen.

Dem Handel setzen laut Ziegler nicht zuletzt die Hersteller immer stärker mit höheren Standards und Direktvertrieb zu: „Wir müssen dafür sorgen, dass das Gewerbe für den Hersteller unverzichtbar ist und bleibt. Wir sind gut beraten, auch künftig auf die Zusammenarbeit mit dem Hersteller zu setzen.“

Präsident Harry Brambach nutzte die Veranstaltung auch für einen Rückblick und eine Bestandsaufnahme. In seinem Bericht ging er auf die aktuellen Entwicklungen ein – am Thema Diesel führe da in Stuttgart kein Weg vorbei. Die drohenden Fahrverbote in der Landeshauptstadt belasteten nicht nur die Betriebe der Region, sondern sorgten für Verunsicherung im ganzen Land.

So abwechslungsreich wie die vergangenen Monate war auch das letzte Jahrzehnt. Diesel-Partikelfilter und Abwrackprämie waren Themen in der gesamten Branche, die Gründung der Tarifgemeinschaft und die Schließung des Standortes Calws der Bundesfachschule des Kfz-Gewerbes vor allem für den Landesverband.

Stabwechsel steht an

Ein Jahrzehnt prägte Brambach als Präsident den ältesten Landesverband, der im Sommer sein 100-jähriges Bestehen feiert. Sein Engagement im Kfz-Gewerbe geht wesentlich weiter zurück: 1996 wurde er in den Vorstand des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg gewählt. „Alles was danach kam, war für mich überraschend.“ Dazu gehört, dass er zehn Jahre später stellvertretender und weitere zwei Jahr später Präsident wurde.

„Wenn man die 70 überschritten hat, sollte man sich nach einem Nachfolger umschauen“, stellte Brambach klar. Das hat er gemacht. Ziel sei nun eine deutliche Verjüngung des Vorstandes: „Es ist sinnvoll, wenn sich Jüngere mit den aktuellen Themen beschäftigen.“

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