Verbraucherzentrale will E-Prämie erhalten

Autor / Redakteur: mid/gr / Andreas Grimm

Die staatliche Prämie für Elektro-Autos hat die Nachfrage bislang nicht entscheidend angekurbelt. Nun läuft sie zur Jahresmitte aus. Ein Fehler, kritisieren die Verbraucherzentralen. Schließlich kommt die große E-Vielfalt erst jetzt auf den Markt.

Firmen zum Thema

(Bild: Daimler)

Die Elektromobilität bleibt das Sorgenkind von Politik und Autoindustrie. Auch eine Kaufprämie für Elektroautos hat die Stromer in Deutschland nicht aus dem Dornröschenschlaf erwecken können. Kunden stehen E-Autos weiterhin skeptisch gegenüber. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) wurde bisher nicht einmal ein Drittel der Fördersumme von insgesamt 600 Millionen Euro für neue Elektrofahrzeuge abgerufen. Und ab dem 30. Juni 2019 fällt dieser Kaufanreiz weg, wenn der „Umwelt-Bonus“ offiziell ausläuft.

Ein Fehler, meint die Verbraucherzentrale und fordert die Bundesregierung auf, die Förderung zu verlängern und stärker auf kleine Fahrzeuge auszurichten. „Damit die Verkehrswende in Schwung kommt, muss der Kauf eines E-Autos attraktiver werden. Zielfördernd und zukunftsfähig sind allerdings nicht große und schwere Autos wie SUVs, sondern kleine, leichte und platzsparende Fahrzeuge“, sagt Vzbv-Vorstand Klaus Müller. Um die Nachfrage nach kleineren und günstigeren Elektroautos anzukurbeln, müsse die Förderung dringend angepasst werden.

Audi E-tron: Die Folie ist runter
Bildergalerie mit 10 Bildern

Der Vzbv fordert zugleich, den staatlichen Zuschuss für reine Batterie-Elektrofahrzeuge von 2.000 auf 4.000 Euro zu verdoppeln und bei einem Netto-Listenpreis von 35.000 Euro zu deckeln. Darüber hinaus sollten elektrische Kleinfahrzeuge ebenso von der Förderung profitieren können. Die Kaufprämie sollte daher solange verlängert werden, bis die gesamte Fördersumme aufgebraucht ist.

Die Experten der Verbaucherzentrale haben auch ein Rechenbeispiel parat: Würde der staatliche Umweltbonus wie vorgeschlagen auf 4.000 Euro angehoben, würde zum Beispiel ein Volkswagen E-Golf unter Berücksichtigung des Herstelleranteils leistungs- und ausstattungsbereinigt genauso viel kosten wie ein normaler Golf mit Benzinantrieb.

Die finanzielle Unterstützung beim E-Auto-Kauf ist aus Sicht des Vzbv aber nicht die einzige Stellschraube, um die Elektromobilität auf Deutschlands Straßen zu fördern: „Politik und Wirtschaft müssen die E-Mobilität auf mehreren Ebenen anschieben. Die öffentliche Ladeinfrastruktur muss verbraucherfreundlicher und die Installation eines eigenen Ladepunkts in einer Gemeinschaftsgarage muss vereinfacht werden“, sagte Müller. Nur: All diese Schwachstellen sind hinreichend bekannt, doch tatsächlich geändert hat sich an den Problemzonen der Elektromobilität nicht viel.

(ID:45825822)