Verbringungskosten sind vollumfänglich zu erstatten

Autor / Redakteur: autorechtaktuell.de / Andreas Grimm

Verbringungskosten im Rahmen einer fachgerechten Unfallinstandsetzung sind grundsätzlich zu erstatten. Wenn sie in einem Gutachten bereits vorab als notwendig festgesetzt werden, gibt es keinen Ansatzpunkt, die Zahlung zu kürzen.

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(Bild: Mauritz)

Die Verbringungskosten wegen externer Lackierarbeiten sind ein steter Quell des Streits mit der leistungspflichtigen Versicherung. Dass bereits gutachterlich festgestellte Kosten von der Schädigerseite ausnahmslos übernommen werden müssen, macht das Amtsgericht (AG) Nettetal in einem Urteil vom 21. August 2017 klar (AZ: 17 C 40/17).

Im verhandelten Fall stritten die Parteien um restliche Verbringungskosten. Für die Verbringung vom Reparaturbetrieb zur Lackiererei wurden 193,50 Euro netto in Rechnung gestellt, die Beklagte regulierte jedoch nur 80 Euro netto. Dabei hatte ein Gutachter die geforderten Kosten bereits in seinem Gutachten angesetzt.

Damit war aus Sicht des Gerichts von der Erforderlichkeit dieser Rechnungsposition auszugehen. „Genau diese Kosten sind ausweislich der Rechnung der Reparaturwerkstatt … sowie der ausführlichen Darlegung der Kosten im klägerischen Schriftsatz vom 09.06.2017 auch in dieser Höhe entstanden“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Angesichts der Evidenz der im Zuge der Reparatur entstandenen Kosten, müsse die Werkstatt oder der Geschädigte keine weiterer Ausführungen und Unterlagen vorlegen. „Insbesondere bedarf es keiner weiteren Erklärung der Firma … bezüglich ihrer Geschäftsverbindungen oder gar der Vorlage der Rechnung der externen Lackiererei durch die Firma. Die Angemessenheit der Höhe der Kosten ist aufgrund der ausführlichen Darlegung nicht zu beanstanden.“

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