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Verhaltene Stimmung im freien Ersatzteilmarkt

| Redakteur: Norbert Rubbel

Die Mitglieder des Gesamtverbands Autoteile-Handel bewerten die konjunkturellen Aussichten für Deutschland eher zurückhaltend. Dennoch verbuchten die meisten Unternehmen steigende Umsätze.

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GVA-Präsident Hartmut Röhl: „Die Stimmung unserer Mitglieder ist von wirtschaftlicher Zuversicht geprägt.“
GVA-Präsident Hartmut Röhl: „Die Stimmung unserer Mitglieder ist von wirtschaftlicher Zuversicht geprägt.“
(Bild: Rubbel/»kfz-betrieb«)

Firmenaufkäufe, Beteiligungen und Insolvenzen haben in der Vergangenheit im freien Markt für Ersatzteile für Unruhe gesorgt. Der noch längst nicht abgeschlossene Konsolidierungsprozess und der Wettbewerb mit den Automobilherstellern beeinflussen die Stimmung der Marktakteure. Von seinen Mitgliedern wollte der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) wissen, wie sie das wirtschaftliche Klima in Deutschland beurteilen. Das Befragungsergebnis bewertet der Verband als „recht zurückhaltend“: So rechnen nur knapp 37 Prozent der befragten Mitglieder aus Handel und Industrie mit „einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im vierten Quartal 2018“. Etwa 57 Prozent schätzen die konjunkturellen Aussichten bis zum Jahresende als „verhalten“ und sieben Prozent als „negativ“ ein.

Erfreulicher entwickelten sich die Umsätze der GVA-Mitglieder: Gut zwei Drittel der Befragten verbuchten in den ersten drei Quartalen dieses Jahres steigende, knapp 18 Prozent stagnierende und 15 Prozent sinkende Erlöse. „Für das Gesamtjahr 2018 erwarten wir unterm Strich ein leichtes Umsatzplus“, sagte GVA-Präsident Hartmut Röhl anlässlich der Jahresmitgliederversammlung in Hannover. Allerdings sei die Umsatzrendite der Teilehändler „nicht besonders hoch“. Die liege zwischen 2,5 und 4 Prozent.

Politik muss Hängepartie beim Diesel beenden

Obwohl die Autofahrer nach Aussagen des GVA-Präsidenten nach wie vor in den Erhalt ihrer Fahrzeuge investieren, scheuen sie aufgrund der Dieseldiskussionen Neuanschaffungen. Die Hängepartie beim Thema Diesel müsse im Interesse der Umwelt, der Verbraucher und der Unternehmen endlich beendet werden. „Vor allem ist die Politik gefordert, die gesetzlichen Bedingungen, die technischen Spezifikationen und die Finanzierung für die Umrüstaktionen zu klären“, betonte Röhl. Die Unternehmen des freien Kfz-Aftermarkets seien dann in der Lage, die Nachrüstung zu begleiten.

Der Gesamtverband Autoteile-Handel versteht sich als politische Interessenvertretung des freien Kfz-Teilegroßhandels in Deutschland. Im GVA sind derzeit etwa 130 Handelsunternehmen mit über 1.000 Betriebsstätten sowie 125 Teilehersteller und Anbieter von technischen Informationen organisiert.

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