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Verlegertum aus automobiler Leidenschaft

| Redakteur: Andreas Grimm

Verlegerische Kontinuität über 100 Jahre hinweg, wie im Fall der Fachzeitschrift »kfz-betrieb«, braucht eine zeitlose Triebfeder. In der Faszination fürs Automobil ist sie in der Familie Vogel-Eckernkamp tief verwurzelt.

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Eine 100-jährige Erfolgsgeschichte ist angesichts der ständigen Veränderung der Welt keine Selbstverständlichkeit. Dass es dafür verlegerischer Liebe und einer ordentlichen Portion Herzblut bedarf, verdeutlichte Dr. Kurt Eckernkamp in einer launigen Rede, die er anlässlich der Jubiläumsfeier des Branchenmagazins hielt. Im Mittelpunkt standen die Bindungen des Gründers des Vogel Verlags und seiner Nachfahren zur Fachzeitschrift »kfz-betrieb«.

„Es war von Anfang an viel automobile Leidenschaft, was dann in den folgenden Jahrzehnten zur verlegerischen Tradition mit sehr viel Nachhaltigkeit wurde“, blickte Eckernkamp zurück. Tatsächlich hat sich die Familie über ein Jahrhundert äußerst autoaffin gezeigt. Bereits Verlagsgründer Carl Gustav Vogel habe das Potenzial „dieser Zukunftsidee Auto“ erkannt und in einen für die Zeit kurz nach 1900 beachtlichen Fuhrpark investiert.

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Den Gästen der 100-Jahre-Gala gewährte Eckernkamp, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Vogel Business Media, einen Einblick in die Familienchronik der Familie. Sie sahen Fotoaufnahmen, auf denen sich Arthur Gustav Vogel, also die zweite Verleger-Generation, mit seinen Automobilen präsentierte und erfuhren, dass sein Bruder Ludwig bereits im Alter von 15 Jahren per Sondererlaubnis den Führerschein machen durfte, um im Dienst des Familienunternehmens unterwegs zu sein.

Aus den Erfahrungen mit den damaligen Benzindroschken heraus, aus der - wie Eckernkamp formulierte - „Abneigung dagegen, dahin zu Fuß zu gehen, wohin man auch fahren konnte“, reifte 1911 die Idee zum »Auto-Markt«. Er war der Vorläufer des »kfz-betrieb«. Die Liebe zum Auto trieb in der Folge weitere Blüten: 1924 erschien erstmals das Magazin „Motor und Sport“, heute bekannt als „Auto Motor Sport“.

Automobile Passion über Generationen hinweg

Auch die dritte Generation der Verlegerfamilie, repräsentiert durch Karl Theodor Vogel, trug die automobile Leidenschaft in sich. Sein Interesse galt vor allem der technischen Seite der Fahrzeuge. Gleichzeitig lag es ihm am Herzen, die technischen Aspekte verständlich darzustellen. Aus diesem Antrieb heraus stiftete er den Preis „Fachjournalist des Jahres“. Mit ihm werden jene Journalisten ausgezeichnet, die komplexe technische Inhalte allgemein verständlich transportieren.

Schließlich gewährte der Eckernkamp den Festgästen auch einen Einblick in sein automobiles Seelenleben. Erstmals mit dem Virus der automobilen Begeisterung infiziert habe ihn der Mercedes-Benz 300 SL in den sechziger Jahren - der klassische Flügeltürer in Silber mit roten Ledersitzen. Obwohl dieses Auto zum „schönsten Auto des Jahrhunderts“ gewählt wurde, ist für Eckernkamp die automobile Erfolgsgeschichte noch nicht zu Ende erzählt. In Anspielung auf moderne Mobilitätskonzepte und der Vernetzung der Fahrzeugsysteme sagte er: „Zu ’Coffee to go‘ gesellt sich nun ’Car2Go‘ und ’Drive now‘. Der Zukunft sind keine Grenzen gesetzt. Packen wir sie an!“

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